Zeichen gegen extremistisches Denken IGS Melle gedenkt Opfern von Flucht und Vertreibung

Von Felix Englmann

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Melle. In der zweiten November-Woche veranstaltete die IGS Melle unter der Leitung von Felix Englmann anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht der Nationalsozialisten eine Themenwoche zu „Ausgrenzung und Verfolgung während der NS-Diktatur“.

Den Auftakt bildeten zwei Andachten, die von der Diakonin Tanja Enge in Zusammenarbeit mit der Lehrerin Johanna Behrens und Schülern altersgemäß gestaltet wurden.

Blick auf eigene Wünsche

Verschiedene Fachgruppen konzipierten eine Ausstellung in der Schule, die einerseits die Geschichte der NS-Herrschaft in Deutschland und lokalgeschichtlich in Melle darstellte, andererseits aber auch die Reflexion demokratischer Werte als Ziel hatte, die unserem Leben zugrunde liegen. Wichtig war es der Integrierten Gesamtschule aufzuzeigen, dass der Blick nicht nur in die Vergangenheit gerichtet sein muss. Auch der Blick für unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen von Glück und vom Leben kann Prävention für extremistisches und rechtsradikales Gedankengut sein.

Vorurteile hinterfragen

Übungsformen begleiteten diese Themenwoche zum interkulturellen Lernen, die Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs mit den Klassen 5 bis 10 durchführten. Sie hinterfragten Vorurteile und öffneten den Blick für andere Perspektiven.

Abgerundet wurde dieses Projekt am 8. November mit einer abendlichen Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht vom 9. November 1938. Hier zeigte der Vorsitzende des Heimatvereins,Uwe Plaß, in seinem Vortrag über die Familie Georg Bodenheim eindrucksvoll die lokalgeschichtliche Dimension der Verfolgung und Ausgrenzung während der NS-Diktatur auch in Melle auf.

Uwe Plaß legte dar, wie aus einem geachteten Bürger aus der Mitte des Stadtlebens von einem Tag auf den anderen ein geächteter und ausgestoßener Bürger Melles wurde.

Gemeinsam machte sich die IGS Melle als Schule ohne Rassismus sowie Schule mit Courage auf den Weg, ein Zeichen gegen extremistisches und demokratiefeindliches Denken zu setzen.


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