Aktion gegen Kinderarbeit Meller Schüler sammeln alte Handys für einen guten Zweck

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Im großen Karton ist noch viel Platz: Die Neuntklässler hoffen, dass alle noch einmal in ihren Schubladen kramen – und die gefundenen Althandys für den guten Zweck im Sekretariat der Neuenkirchener Oberschule abgeben. Foto: Norbert WiegandIm großen Karton ist noch viel Platz: Die Neuntklässler hoffen, dass alle noch einmal in ihren Schubladen kramen – und die gefundenen Althandys für den guten Zweck im Sekretariat der Neuenkirchener Oberschule abgeben. Foto: Norbert Wiegand

Melle. Tausende ausgediente Handys liegen vermutlich ungenutzt in Meller Schubladen herum. Schüler der Wilhelm-Fredemann-Oberschule sammeln derzeit alte Smartphones und Handys ein.

Neuenkirchen Tausende ausgediente Handys liegen vermutlich ungenutzt in Meller Schubladen herum. Schüler der Wilhelm-Fredemann-Oberschule sammeln derzeit alte Smartphones und Handys ein.

„Damit leisten wir einen Beitrag gegen Kinderarbeit im Kongo und für den Umweltschutz“, erklärt Vanessa Kruse den Hintergrund der Sammelaktion.

Gegen Kinderarbeit

„Die alten Geräte können noch viel Gutes bewirken“, weist Alicia Kruse darauf hin, dass das katholische Missionswerk Missio die eingesammelten Handys recyclen lässt. „Wertvolle Ressourcen, wie die Edelmetalle Gold und Coltan, werden so zurückgewonnen und wieder verwertet“, ergänzt Mohammed Hassan. „Durch den Verkauf der gewonnenen Rohstoffe wird Geld eingenommen, mit dem Kinder im Kongo unterstützt werden“, berichtet Lisa Kuhlmann.

„Im Kongo tobt ein grausamer Kampf um Bodenschätze, der etwas mit unseren Handys zu hat“, weiß Levke Dittmann. Denn die bewaffneten Milizen finanzieren sich durch den verbotenen Verkauf von Erzen wie Coltan. Coltan verhindert, dass unsere Handys überhitzen. „Recycling in Europa hilft bei der Eindämmung der Kinderarbeit im Kongo“, ist Lehrerin Birgit Konermann-Metz überzeugt.

„Den Anstoß zu unserer Aktion gab der Missio-Truck, der im Sommer vor unserer Schule stand“, geht Konermann-Metz auf den Ursprung der Initiative der Neuntklässler ein. Danach haben sich die Schülerinnen und Schüler mit den weltweiten Fluchtursachen beschäftigt. „57 Handys und Smartphones sind schon in unseren Sammelkarton eingeworfen worden“, hat Catleen Quatmann nachgezählt.

„Wir hoffen aber auf mindestens 100 Geräte“, gibt Julian Pohl ein weiteres Ziel aus. Der Sammelbehälter solle noch bis zu den Weihnachtsferien im Sekretariat stehen bleiben, kündigt Nikoleta Tsourlianou an. „Jeder sollte nachschauen, ob er irgendwo noch ein Althandy rumliegen hat“, findet Mira Heggemann.

Für die ausgedienten Geräte gibt es Umschläge im Sekretariat. Wenn möglich, sollten auch die Ladegeräte mit in Tüte. SIM- und Speicherkarte sollten aber herausgenommen werden.

An den Tüten befindet sich ein Coupon, mit dem die Handynutzer an die führenden Mobilfunkunternehmen appellieren, kein illegales Coltan aus der Konfliktregion zu verwenden.

Außerdem ist die Teilnahme an einer Verlosung möglich, bei der ein fair produziertes Smartphone zu gewinnen ist.


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