295000 Euro im Haushalt Haupt-Act für 850-Jahrfeier in Melle bleibt geheim

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Ganz Melle will feiern: Die Vorbereitungen für die 850-Jahr-Feier laufen munter weiter. Archivfoto: Simone GraweGanz Melle will feiern: Die Vorbereitungen für die 850-Jahr-Feier laufen munter weiter. Archivfoto: Simone Grawe

Melle. Die Ideen für die 850-Jahr-Feier im kommenden Jahr sprudeln. Sechs von sieben Arbeitskreisen haben bereits getagt und erste Ergebnisse zusammengetragen.

Noch ist es eine bunte Sammlung an Ideen, die Ina Wien-Tiedtke als Koordinatorin dem Ausschuss für Kultur, Tourismus und Stadtmarketing vorstellte. Doch bald soll das Programm für die Festtage vom 28. bis 30. Juni kommenden Jahres konkretere Gestalt annehmen. Fest steht schon jetzt: Die Partnerstädte sind eingeladen, sich in einem „internationalen Dorf“ zu präsentieren. Im Doppelhaushalt 2019/20 sind dafür 15000 Euro in 2019 veranschlagt.

Altes Handwerk, alte Fotos

Vielfältige Anregungen kommen aus den verschiedenen Arbeitskreisen: Altes Handwerk, alte Fotos und historische Filme könnten demnach die Heimatgeschichte lebendig machen. Chorauftritte, Flashmobs, Graffiti-Workshops und nicht zuletzt eine neue „Meller Hymne“ stehen neben vielem anderen auf dem Zettel der Arbeitsgemeinschaft Kunst, Kultur und Musik. Der Sport soll den Überlegungen nach mit Darbietungen von gestern und heute, aber auch mit Sternwanderungen und Radtouren aus den Stadtteilen zur Festmeile vertreten sein.

Bauernmarkt und Trachtenaufführungen

Im Bereich Natur, Umwelt und Landwirtschaft reicht das Spektrum der Ideen vom Bauernmarkt über Präsentationen alter und neuer Landmaschinen bis zur Gestaltung eines Schrebergartens. Bunt und vielfältig zeigt sich Melle im „internationalen Dorf“, aber auch mit Trachtenaufführungen, internationalen Spezialitäten und mehr. Eine Fülle an Anregungen trug auch der Arbeitskreis „Junges Melle“ zusammen – vom Riesensandkasten über Kinderkunstaktionen bis zum Seifenkisten-Wettbewerb.

Stillschweigen vereinbart

Sorgenkind, so Ina Wien-Tiedtke, sei der Arbeitskreis Wirtschaft und Technik, der mangels Teilnehmern bislang nicht tagen konnte. Streng geheim bleibt derzeit noch der „Special Act“, ein „nationaler Top-Act“: Über den Höhepunkt im Festprogramm sei vertraglich Stillschweigen vereinbart worden, erklärte der Erste Stadtrat Andreas Dreier. Erst am 1. März darf der Schleier gelüftet werden. Dessen ungeachtet steht für Johannes Marahrens (FDP) fest: Verreisen ist am Festwochenende nicht drin. „Alle Meller sollten dieses Wochenende schon jetzt für sich und ihre Familie blocken“, forderte er humorvoll.

Insgesamt 295000 Euro sind – einen entsprechenden Ratsbeschluss vorausgesetzt – im Doppelhaushalt für die Jubiläumsfeierlichkeiten veranschlagt. Im Teilhaushalt Bibliotheken soll im Ergebnishaushalt wegen erhöhter Durchschnittspreise der Medienetat angepasst werden. Bei den Investitionen sind für 2020 insgesamt 10000 Euro für die Anschaffung neuer Sitzmöbel für die Stadtbibliothek veranschlagt. Für Uwe Plaß (SPD) eine sinnvolle Anschaffung: „Die Stadtbibliothek hat Aufenthaltsqualität.“ Und sie biete weit mehr als nur die reine Buchausleihe.

Geld für Drachenfestival

Weitgehend unstrittig waren auch die anstehenden Ausgaben im Teilhaushalt 800. Neben dem Betrag für die Durchführung der 850-Jahr-Feier stehen dort unter anderem 60000 Euro für die Umsetzung des neuen Tourismuskonzeptes sowie 10000 Euro für die Anschaffung von neuen Bühnenelementen, Stehtischen und Veranstaltungsstühlen an. Mit 25000 Euro beteiligt sich die Stadt an dem im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Drachenfestival. Und auch die Grillmeisterschaft soll für 5000 Euro in zwei Jahren noch einmal durchgeführt werden.

Als unverhältnismäßig bezeichnete George Trenkler (Bündnis 90/Die Grünen) die Summe. Die Veranstaltung sei nicht zukunftsorientiert. Der Ausschuss plädierte jedoch übereinstimmend mit Heiko Grube (CDU) dafür, der Grillmeisterschaft eine Chance zu geben.


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