Hannah am Fuß verletzt Junge Trampolinturnerin des SC Melle bangt um WM-Premiere

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Als frisch gekürte deutsche Mannschaftsmeisterin hatte Hannah Ronsiek-Niederbröker (Mitte) hier gut lachen. Jetzt ist der WM-Start der Mellerin gefährdet. Foto: Wladimir VolikovAls frisch gekürte deutsche Mannschaftsmeisterin hatte Hannah Ronsiek-Niederbröker (Mitte) hier gut lachen. Jetzt ist der WM-Start der Mellerin gefährdet. Foto: Wladimir Volikov

Melle Die deutsche Mannschaftsmeisterin Hannah Ronsiek-Niederbröker bangt um den so herbeigesehnten ersten großen Höhepunkt ihrer jungen Karriere: Die Trampolinturnerin des SC Melle fliegt am Freitag von Frankfurt nach St. Petersburg zur dort stattfindenden Jugend-Weltmeisterschaft; allerdings ist die Zwölfjährige angeschlagen.

Vor einer Woche verletzte sich Hannah sehr unglücklich am Rande des Sportunterrichts in der Schule: Beim Anziehen der Schuhe kippte sie um und fiel auf den Fuß. Eine MRT-Untersuchung zu Wochenbeginn brachte Klarheit: Zwar ist der Mittelfußknochen gebrochen, doch dabei handelt es sich um eine alte Verletzung. Hannahs Fuß ist derzeit stark verstaucht.

Sie wird aktuell beim letzten WM-Vorbereitungslehrgang des Deutschen Turner-Bundes (DTB) in Bad Kreuznach von Physiotherapeuten und einem Arzt betreut. Ob sich ihr Traum von der WM-Premiere noch realisieren lässt, werden die nächsten Tage zeigen.

„Der Fuß ist getapt. Die Trainer wollen Hannah frühestens am Samstag wieder aufs Trampolin lassen“, erzählt Mutter und Trainerin Gaby Ronsiek-Niederbröker.

Einige Lehrgänge und intensive Trainingswochen liegen hinter der Meller Turnerin. Sie hatte sich über ein hartes Verfahren im September erstmals für die Jugend-WM qualifiziert. Die vom Bundestrainer aufgestellten Normen zielen auf das Erreichen des WM-Einzelfinals der besten acht ab, wie Trainerin Ronsiek-Niederbröker erklärt. Beim Qualifikationswettkampf in Bad Kreuznach hatte Hannah persönliche Bestleistungen geturnt und so die anspruchsvollen Normen des DTB erfüllt. 42,475 Punkte bekam sie für ihre beste Pflichtübung und 48,025 Punkte für die Kür.

Im russischen St. Petersburg nimmt Hannah am 15. November am Einzelwettbewerb und am 16. November gemeinsam mit der zweiten deutschen Teilnehmerin der Altersklasse, Maya Möller vom Bundesstützpunkt in Frankfurt, am Synchronwettbewerb teil. Sofern denn alles nach Plan läuft.

„Es wäre schön, wenn ich bei der WM die Punktzahl aus der Qualifikation noch einmal turnen könnte. Viel mehr geht im Moment auch nicht“, hatte die Achtklässlerin des Gymnasiums Melle geäußert, bevor sie sich im Schulsport verletzte. Das wäre eine großartige Leistung, zumal bei einer WM die Kampfrichter noch strenger urteilen und die Nervosität der Athleten eine große Rolle spielen dürfte. Und erst recht, da die Athletin direkt vor dem Großereignis nicht normal trainieren konnte.

Die deutsche Delegation in St. Petersburg wird aus zwölf Turnerinnen und 16 Turnern im Alter von elf bis 21 Jahren bestehen. Dazu kommen Trainer, Physiotherapeuten, Kampfrichter und eine Teammanagerin. Delegationsleiter ist Bundestrainer Markus Thiel.

„Ich bin noch nicht angespannt, es ist eher Vorfreude. Ich habe bei der WM nichts zu verlieren. Allein die Teilnahme ist schon ein großer Erfolg für mich“, hatte Hannah vor ihrer Verletzung betont. Nun heißt es Daumen drücken, dass sie auch wirklich teilnehmen kann.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN