Ausbau der Eickener Straße Streit in Melle um Bürgersteig oder Mehrzweckstreifen

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Melle. Zwölf Eickener Bürger machten die Einwohnerfragestunde zum Diskussions-Mittelpunkt der Ortsratssitzung Melle-Mitte am Dienstagabend. Anlass für die große Bürger-Präsenz war ein Antrag der UWG, den neuen Bürgersteig entlang der Eickener Straße in einen Mehrzweckstreifen umzuwandeln.

Außerdem ging es um Bebauungsplanänderungen an der Kosakenallee und am Engelgarten sowie die Neugestaltung des Lindenbeetes vor dem Stadthaus.

Nach der Einwohnerfragestunde gab Ortsbürgermeisterin Gerda Hövel (CDU) bekannt, dass die UWG ihren Antrag zurückgezogen hat. Somit wurde der Punkt „Bürgersteig Eickener Straße“ wieder von der Tagesordnung abgesetzt.

Suggerierte Sicherheit

„Die Umwandlung der schönen Bürgersteige in Mehrzweckstreifen wäre ein Rückschritt“, hielt die Eickener Schulleiterin Astrid von Bockelberg in der Bürgerfragestunde ein unmissverständliches Plädoyer für die Beibehaltung der gegenwärtigen Situation. Ein Mehrzweckstreifen dürfte von Fahrzeugen aller Art benutzt werden und würde die Sicherheit der Schüler erheblich beeinträchtigen.

„Dann müssten sich die Kinder wieder im fließenden Verkehr bewegen“, unterstützte auch Vater Michael Schoster die Argumente der Schulleiterin und bezeichnete den UWG-Antrag als „Frechheit“. „Im Gegensatz zur UWG-Argumentation ist auch an den schmalsten Stellen von 5,50 Meter Breite Begegnungsverkehr möglich“, ergänzte Thorsten Klemens.

„Straße eigentlich zu schmal“

Es saßen aber nicht nur erklärte Gegner des UWG-Vorstoßes auf den zusätzlich aufgestellten Stühlen für die Bürger. „Der Bürgersteig an der eigentlich zu schmalen Straße wird bei Begegnungsverkehr sowieso schon von Fahrzeugen genutzt, es handelt sich nur um eine suggerierte Sicherheit“, konterte Peter Vogt. „Auch in den angrenzenden Straßen Heubrink, Segelfliegerweg und Poggenort ist es unumgänglich, dass bei Begegnungsverkehr die Gehwege überfahren werden“, erklärte Matthias Pietsch (UWG) später in der Sitzung unter dem Punkt „Wünsche und Anregungen“, da ja der zurückgezogene Antrag nicht mehr in der regulären Tagesordnung auftauchte.

„Der Gehweg an der Eickener Straße wird seinen Ansprüchen nicht gerecht, wir müssen ihn als gefährliche Mogelpackung entlarven“, betonte Pietsch, dass es keineswegs das Anliegen der UWG sei, die Sicherheit auf dem Schulweg zu beeinträchtigen. Er bot den aufgebrachten Bürgern ein Gespräch nach der Sitzung an. „Wir werden alle Einwände an das zuständige Fachamt weiterleiten“, kündigte Gerda Hövel an. Die Sitzungsleiterin hoffte, dass „in der schwierigen Thematik eine einvernehmliche Lösung für alle Beteiligten gefunden werden kann“.

Nach der Fällung der drei Linden vor dem Stadthaus am Schürenkamp sollen die bisherigen drei Beete zu einem Hochbeet zusammengefasst werden. Über diese Pläne informierte die Stadtverwaltung. Die Bepflanzungs-Vorschläge Vogelkirschen oder Gleditschien kamen bei den Stadtteilparlamentariern nicht gut an.

Silke Meier plädierte für eine „ökologisch sinnvolle Auswahl“, Jutta Dettmann für „heimische Baumarten“. Auf Vorschlag von Gerda Hövel will sich der von Annegret Mielke (SPD) geleitete „Arbeitskreis Planen“ vor der Gestaltung des Beetes mit dem Baubetriebsdienst abstimmen.


Notizen aus dem Ortsrat:

Neue Tagespflege am Engelgarten

Bei einer Enthaltung (UWG) befürwortete der Ortsrat einstimmig die Aufstellung einer Bebaungsplanänderung am Engelgarten, die den Bau einer Tagespflege für 15 Personen und 22 barrierearme und betreute Service-Wohnungen neben der Apotheke ermöglichen soll. In der Präsentation des dreigeschossigen Bauprojektes erläuterte Stadtplanerin Annika Busch, dass ökologische Belange wie Dachbegrünungen diesmal im Bebauungsplan festgeschrieben werden sollen.

Pflegeheim an der Kosakenallee

Die Bebauungsplan-Aufstellung für ein weiteres Groß-Projekt mit einem 80-Plätze-Pflegeheim an der Kosakenalle wurde ebenfalls einstimmig befürwortet. In der kurzen Debatte stellte Reinhardt Wüstehube (Grüne) die dortige Hochwassergefahr am Laerbach und den Erhalt der alten Allee-Eichen in den Mittelpunkt. Jutta Dettman (SPD) regte an, auch eine Zuwegung über die Bodelschwinghstraße in Erwägung zu ziehen.

Schandfleck Ehrenmal

Über den Zustand des Ehrenmahles im Grönegaupark mit Beschmierungen und Müllansammlungen beklagte sich Uwe Plaß (SPD). Dort müsse öfter als einmal im Jahr vor dem Volkstrauertag aufgeräumt werden.

500 Euro für die Kinder-Feuerwehr

Einstimmig befürwortete das Stadtteilparlament die Unterstützung der Kinder-Feuerwehr mit einem Betrag von 500 Euro.

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