Von den „Nähfeen“ an der IGS Meller erhalten bunte Umwelt-Einkaufstaschen

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Sichtlich vergnügt ans gute Werk gingen beim Nähabend auch Nele Linnemann, Phuong-Anh Meier und Leonie Wagner. Foto: Christoph FrankenSichtlich vergnügt ans gute Werk gingen beim Nähabend auch Nele Linnemann, Phuong-Anh Meier und Leonie Wagner. Foto: Christoph Franken

Melle. Der Slogan ist alt, aber angesichts der Vermüllung der Weltmeere mit Kunststoff-Artikeln aller Art wird er wieder aktueller denn je: Jute statt Plastik. Junge Leute der IGS und deren Eltern springen auf den fahrenden Zug auf und produzieren zurzeit Baumwollbeutel, die demnächst in der Stadt kostenlos verteilt werden.

Mit dem Slogan „Jute statt Plastik“ war vor 40 Jahren die Alternative zur Plastiktüte in Deutschland eingeführt worden. Besonders die Langlebigkeit von Jute oder dem heute beliebteren Baumwollbeutel ist gegenüber der Plastiktüte umweltfreundlich.

Früher: Braun und muffig

Apropos Jute: Sie war braun, kratzig und roch muffig streng. Trotzdem wurde die Jutetasche aus Bangladesch zum Kult und zum Erkennungszeichen für umweltbewusste Menschen. Sie machte in den 80er- und 90er-Jahren gleichzeitig die Fair-Trade-Organisation GEPA zum Sinnbild für einen nachhaltigen Lebenswandel. Ihre Träger verbanden damit zudem oft politische Aussagen der damaligen Zeit, die sich in Beschriftungen manifestierten. „Atomkraft Nein Danke“ oder „Frieden schaffen ohne Waffen“ und „Schwerter zu Pflugscharen“ gehörten fast schon untrennbar dazu. Inzwischen haben Tragetaschen aus Baumwolle den Jute-Trendsetter abgelöst.

Die „Nähfeen“

Christin Wagner ist Mutter und nach eigenen Angaben „Hobbynäherin“. Sie hat vor sechs Jahren die Gruppe mit dem schönen Namen „Nähfeen“ an der IGS gegründet. „Der Name stammt aber vom Förderverein der Schule“, erklärte sie während eines Nähabends am Dienstagabend. Es handele sich dabei eigentlich um eine reine Elterngruppe. „Aber wir laden immer mal wieder interessierte Kinder und Jugendliche zu Projektveranstaltungen ein“, sagte sie.

So ist es auch bei den jetzt angesetzten Nähabenden, an denen die Einkaufstaschen aus Baumwolle genäht werden. Das Vorhaben war ursprünglich als Idee bei einem Vorbereitungstreffen im September für den Adventsbasar entstanden. Er stieß aber spontan auf so große Zustimmung, dass sich daraus ein eigenes Projekt entwickelt hat. Geplant ist die Produktion von 200 Taschen. „80 haben wir schon fertig“, freuten sich die Initiatorin und die anderen beteiligten Mütter.

Gebrauchte Stoffe

Die Taschen zeichnet noch etwas aus. Sie bestehen ausschließlich aus gebrauchten Stoffen, die Eltern der IGS dafür gespendet haben. „Unserem Aufruf sind viele Eltern gefolgt, und wir verfügen daher über wirklich schöne Stoffe“, sagten Christin Wagner und ihre designierte Nachfolgerin als Leiterin der Nähgruppe, Melanie Drücker. Gut gelaunt gingen am Dienstag Eltern und Schülerinnen ans Werk. Da wurden Stoffe gebügelt, auf Passform zugeschnitten und zusammengenäht. Nele Linnemann (16), Phuong-Anh Meier (16) und Leonie Wagner (17) ließen sich gerne erklären, wie sie wenig später die Stoffteile an der Maschine zusammennähen sollten.

Aber Christin Wagner und Melanie Drücker betonten, dass die Anfertigung produktionstechnisch keine Herausforderung sei. „Das kann praktisch jeder, der Stoff zu Hause hat und etwas nähen kann.“

Die Ergebnisse der IGS-Nähabende werden demnächst von jungen Leuten der IGS in der Innenstadt kostenlos verteilt. „Wir wollen so die Meller Bürger davon überzeugen, keine Plastiktüten mehr zu verwenden“, sagten die Nähfeen.


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