Klimawandel macht sich bemerkbar Zwei Feigenernten in einem Jahr in Melle

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Voll ausgereift sind die letzten Früchte der zweiten Feigenernte von Hans-Jürgen Altmann. Foto: Norbert WiegandVoll ausgereift sind die letzten Früchte der zweiten Feigenernte von Hans-Jürgen Altmann. Foto: Norbert Wiegand

Melle. Der Klimawandel ist auch in der Straße Lindath in Melle-Mitte angekommen. Davon ist jedenfalls Hans-Jürgen Altmann überzeugt, denn erstmals gab es in seinem Garten eine zweite Ernte vollreifer Feigen.

„Das habe ich noch nicht erlebt“, blickt der Rentner auf den außergewöhnlichen Sommer zurück. Eine zweite Fruchtbildung an seinen beiden Feigenbäumen hatte er zwar schon erlebt, aber dass nach der ersten Ernte Ende Juni die gesamte zweite Tracht bis Anfang Oktober nochmal voll ausreift war eine ganz neue Erfahrung. Inzwischen wächst sogar noch eine dritte Fruchtbildung heran, die es wohl aber nicht mehr bis zur Reife schaffen wird.

Nach Einschätzung Altmanns ist der doppelte Ertrag auf den langen, warmen und trockenen Sommer sowie den fast täglichen Sonnenschein von April bis Mitte Oktober zurückzuführen. Für ihn ist dieses für norddeutsche Breitengrade ungewöhnliche Ereignis ein weiterer Beleg für den fortschreitenden Klimawandel, der aufgehalten werden müsse. Allerdings habe die Klimaerwärmung auch vereinzelte positive Nebeneffekte, wie die Steigerung der Feigenernte in seinem Garten.

Versierter Hobbykoch

Jürgen Altmann pflanzte seinen ersten Feigenbaum vor 15 Jahren an einer besonders geschützten Stelle. Im Jahr davor hatte er aus einem fingerdicken Ast einen Ableger gezogen. Das geglückte Experiment machte ihm Mut, drei bis vier Jahre später einen weiteren Ableger zu ziehen. Somit hat er jetzt zwei gut tragende Feigensträucher in seinem Garten. Der zuerst gepflanzte Baum ist inzwischen so hoch gewachsen, dass der rüstige Rentner die oberen Früchte von seiner Dachterrasse aus ernten kann.

Altmann ist nicht nur ein Gartenfreund, sondern auch ein versierter Hobbykoch. Deshalb bereitet er aus seinen Feigen einen selbst kreierten Chutney. „Ich habe lange an der optimalen Rezeptur gearbeitet, aber jetzt passt mein Feigen-Chutney optimal zu Räucherlachs“, ist der Hobbykoch mit seinem neuesten Ergebnis voll zufrieden.

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