Kleine Nadelstiche zum Auftakt Streit im Ortsrat Buer über die Tagesordnung

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Nach fünf Jahren ist Schluss: Petra Schmidt will die Postagentur in ihrer Q1-Tankstelle in Buer nicht mehr betreiben. Archivfoto: Michael HengeholdNach fünf Jahren ist Schluss: Petra Schmidt will die Postagentur in ihrer Q1-Tankstelle in Buer nicht mehr betreiben. Archivfoto: Michael Hengehold

Melle. Nach einer harmonischen Sitzung im September kehrte der Ortsrat Buer zu alten Gewohnheiten zurück: Nicklichkeiten und Nadelstiche statt inhaltlich zu beraten.

Die Reigen der Sachthemen war noch nicht einmal eröffnet, als sich Wilhelm Hunting zu Wort meldete und den Umfang der Tagesordnung monierte: Er sei irritiert über die Kürze; für Buer wichtige Themen wie der Doppelhaushalt, die Investition von immerhin 340000 Euro im Kindergarten, die Entwicklung des Einzelhandels mit Blick auf die Zukunft der Post sowie die gewerbliche Entwicklung im Stadtteil, zu der sich die SPD klar positioniert habe, stünden nicht auf der Liste der zu beratenden Themen: „Wenn wir unsere Aufgabe als Ortsrat ernst nehmen, müssten diese Angelegenheiten auch beraten werden“, äußerte sich der SPD-Sprecher.

„Sichtlich enttäuscht“

Die Tagesordnung sei im Vorfeld abgestimmt, entgegnete Sabine Wehrmann, nach ihren Worten „sichtlich enttäuscht“ über den Beitrag ihres Vorredners. Die Gruppenvorsitzende der CDU appellierte, mehr zusammen zu arbeiten anstatt sich zu behaken. Im übrigen werde über die von Hunting angesprochenen Themen in den Arbeitskreisen beraten.

Für die Zukunft der Post zeichne sich eine Lösung ab, ergänzte Dieter Finke-Gröne. Er betonte, dass die Post nach der Ankündigung des Ehepaares Schmidt, die Agentur in der Q1-Tankstelle zum Jahresende aufzugeben, sehr wohl Interesse zeige, am Standort Buer zu bleiben.

Postagentur will bleiben

Gespräche werden derzeit geführt, berichtete der Ortsbürgermeister, und es bestehe auch Aussicht auf Erfolg, dass die Post weiterhin in Buer ihre Dienste anbietet. Der Ortsbürgermeister geht davon aus, dass die Post dies in Eigenregie machen werde, nachdem es bislang keine Bereitschaft von Bueraner Geschäftsleuten gibt, eine Agentur zu betreiben: „Es besteht natürlich großes Interesse, dass der Ortsrat an der Entwicklung beteiligt wird“.

Dass der Doppelhaushalt nicht auf der Tagesordnung steht, hänge damit zusammen, dass es keine Veränderungen gebe.

Kritik an der Vorbereitung auf die Tagesordnung äußerte ganz zum Schluss auch Uschi Thöle-Ehlhardt. Sie sei recht „holprig“, meinte die UWG-Vertreterin. Auch sie hatte erwartet, dass über den Haushaltsplan beraten werde, was nun nicht erfolgt sei: Die Tagesordnung liege in der Verantwortung des Ortsbürgermeisters: „Es wäre schön, wenn er künftig rechtzeitig in den Fraktionen abfragt, ob es Wünsche gibt“, regte sie an. Insgesamt sei es aktuell „nicht optimal“ gewesen.


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