Vernissage im Kunstverein Bilder von Susanne Heitmann in Melle

Von Conny Rutsch

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Melle. „Zwischen den Welten“ heißt die Ausstellung mit Bildern von Susanne Heitmann, die im Verein zur Förderung von Kunst und Kultur in Melle eröffnet wurde.

Nachdenklich schaut die Frau auf ihre Hand. Dort hat sich ein Schmetterling niedergelassen. Ist es vorsichtige Freude oder eher konzentriertes Stillhaltenwollen, das ihr Gesicht ausstrahlt? Oder vielleicht doch das Wissen um die vergängliche Zartheit?

Es ist, als wolle die Künstlerin den Betrachter sich zwischen den Welten bewegen lassen, wie etwa mitten in der stilisierten Landschaft, in der ein langohrig maskiertes Paar auf der Wiese tanzt, während ein Protagonist nachdenklich aus dem Bild heraus den Betrachter betrachtet.

„Der Denkerhut“

Da sitzt eine Künstlerin in ihrem Atelier, ebenfalls nachdenklich blickend. Um sie herum fällt die Farbe Rot auf, am auf dem Boden liegenden Spachtel, im bekleckerten Farbtopf, auf der Malerpalette. Und auch der Hut, den sie in der Hand hält, ist rot. „Der Denkerhut“ nennt Susanne Heitmann diesen Einblick in einen Schaffensprozess, der so manchem Betrachter gar nicht so fremd erscheint.

Bilder erzählen Geschichten

Die Gesichter sind es, denen die Künstlerin Ausdruck und Tiefe verleiht, in denen sich der Betrachter wiedererkennen kann. „Susanne Heitmann ist eine Geschichtenerzählerin. Verschwiegene Protagonisten und seltsam entrückte Landschaften verweben sich in sensiblen Farbnuancen zu vieldeutigen Bilderwelten und verhandeln Fragen menschlicher Existenz.“ So sieht es Florentine Zurek, Kunsthistorikerin aus Berlin, deren Text – gelesen von der Osnabrücker Musiktheaterpädagogin Marie-Louise Tralle – in die Ausstellung einführte. Eindringlich in den Raum blickende Einzelporträts, Gruppenszenen und Protagonisten, fantasievoll in Szene gesetzt – ob auf Bänken, in fantasiereichen Landschaften oder in gestalteten Räumen laden den Betrachter zum Gedankenspiel ein. Das junge Mädchen, das ein Gewässer überqueren möchte und dazu auf große Steine tritt, lässt vielleicht sogar den Betrachter entscheiden, ob es weitergehen soll oder nicht. Und selbst der grüne Sessel, der so einladend neben dem Tischchen steht, lässt aufmerken. Saß da eben noch jemand, der das rote Tuch auf der Lehne vergessen hat? Was ist mit ihm geschehen? Ist er nur kurz gegangen oder schon lange Zeit fort? Das von Kinderhand gemalte Bildchen über dem Tisch erinnert an Vergangenes, und das Glas, ist das halb voll oder halb leer?

Bilder zum Verweilen

Susanne Heitmann, die in Osnabrück und Berlin lebt und arbeitet, lädt mit ihren großen und auch kleineren Bildern zum Verweilen ein. Es ist, als könnte der Betrachter in die Bilder einsteigen und selbst ein Protagonist werden zwischen den Welten, der jetzigen, der vergangenen oder der zukünftigen.

Barbara Manke, Vorsitzende des Kunstvereins, eröffnete diese Ausstellung in den Räumen im Engelgarten gleich mit einer Einladung: „Zum Abschluss der Ausstellungssaison laden wir am 9. Dezember ab 12.30 Uhr zu einem gemütlichen Eintopfessen in den Kunstverein ein.“

Die Ausstellung mit Bildern von Susanne Heitmann ist bis zum 9. Dezember im Kunstverein, Engelgarten 31 in Melle, zu folgenden Öffnungszeiten zu sehen: samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr.


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