Angehende Metallbauer legen Hand an „Erste Hilfe“ am Jugendwaggon in Buer

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Buer. Mit Winkelschleifer, Flex und Schweißbrenner gehen Schüler der BBS Melle in diesen Wochen am Jugendwaggon in Buer an die Arbeit.

Türen, die sich nicht mehr schließen ließen, Metallteile, die schon vom Hinschauen auseinander bröselten: In 18 Jahren hat der Zahn der Zeit vor allem am hinteren der beiden Waggons genagt. Bei seiner Instandsetzung sollen und wollen die Jugendlichen tatkräftig mit anpacken. Doch einige Arbeiten erfordern fachliches Knowhow. Unterstützung kommt deshalb von der BBS Melle.

Hellhörig geworden

Elf Auszubildende der ersten Fachstufe Metallbau griffen am Dienstag zum wiederholten Male zum Werkzeug. „Als wir davon hörten, dass der Jugendwaggon dringend Hilfe bei der Renovierung benötigt, sind wir hellhörig geworden“, berichtet der betreuende Lehrer Ullrich Sprehe. „Nicht nur, weil wir das soziale Engagement des Vereins sehr schätzen, sondern auch, weil einige unserer Schüler selbst in ihrer Jugend gute Erfahrungen mit der Einrichtung gemacht haben.“

Im Rahmen einer Projektarbeit leisten die Auszubildenden der Betriebe Huning, Glawel, Werding, Werges und Wasmus deshalb gerne „erste Hilfe“. An drei Nachmittagen waren sie bereits vor Ort, um korrodierte Bleche zu entfernen und durch neue Teile fachkundig zu ersetzen. An der hinteren Tür etwa: Dort war die untere Kante so stark von Rost überzogen, dass sich die Tür nicht mehr schließen ließ.

Kurzerhand flexten die Azubis die marode Kante ab, fertigten in der neu eingerichteten Schweißwerkstatt der BBS ein passendes Kantenblech an und organisierten für den perfekten Abschluss noch eine Leiste Allwetterholz von der Holztechnik der BBS. „Plötzlich rücken elf junge Herren an, sehen die Arbeit und packen sie einfach an. Das ist beeindruckend“, staunte Ursula Thöle-Ehlhardt, Vorsitzende des Netzwerks Jugendhaus Buer.

Dabei war so manches Mal auch Kreativität gefragt: „Hier können wir nicht schweißen“, stellten die Auszubildenden etwa bei einer korrodierten Stelle in Fensternähe fest. Holz und Glas forderten eine andere Lösung. Also die marode Stelle heraus-, ein Ersatzteil zurechtschneiden, vorbohren und dann auf der Holzkonstruktion festschrauben. „Eine komplette Restaurierung übersteigt unsere Kapazitäten“, gibt Sprehe zu bedenken. „Aber das, was wir im Rahmen einer Projektarbeit leisten können, tragen wir gerne bei.“

Traktorverein unterstützt

Die nötigen Werkzeuge stellt die BBS dafür ebenso zur Verfügung wie die erforderlichen Reparaturbleche. Unterstützung kam auch vom Traktorenverein Buer. Er stellte für die Arbeiten kurzfristig ein Gerüst zur Verfügung. Noch mindestens einen weiteren Einsatz planen die angehenden Metallbauer an den Waggons. Dann sind die Jugendlichen selbst gefordert.

„Wir hoffen auf ein paar schöne Tage im November“, betonte Ursula Thöle-Ehlhardt. Denn wenn die Löcher „gestopft“ sind, sollen die Waggons noch abgeschliffen, wetterfest grundiert und schließlich auch noch neu gestrichen werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN