Wechselphase in den Werkstätten Meller Autofahrer rüsten auf Winterreifen um

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Von Sommer auf Winter: In der Werkstatthalle von Vergölst zieht Kfz-Mechatroniker Julian Rottmann bei einem Porsche neue Reifen auf. Foto: Simone GraweVon Sommer auf Winter: In der Werkstatthalle von Vergölst zieht Kfz-Mechatroniker Julian Rottmann bei einem Porsche neue Reifen auf. Foto: Simone Grawe

Melle. Die Faustregel „Von O bis O“ ist all gegenwärtig: Von Oktober bis Ostern ist Winterreifen-Zeit. Das bekommen auch die Auto- und Reifenhändler in Melle zu spüren. Dort herrscht Hochbetrieb.

Melle Oh, der Oktober ist schon vorbei. Vor gut einer Woche war es noch fast 20 Grad warm, doch inzwischen hat der Ansturm auf die Werkstätten begonnen: „Der Saisonstart hat sich wegen des warmen Wetter nach hinten verschoben, aber seit der letzten Oktoberwoche haben wir viel zu tun“, berichtet Juri Oleksyuk von Vergölst. Die Wechselphase läuft auf vollen Touren.

Vier Millimeter sollten es sein

In der Niederlassung an der Oldendorfer Straße sind die Kollegen damit beschäftigt, Fahrzeuge aller Art von Sommer- auf Winterreifen umzurüsten. Seit Ende 2010 besteht Winterreifenpflicht. Sie besagt, dass Fahrzeuge mit Reifen bestückt sein müssen, die mit dem dreigezackten Bergpiktrogramm mit einer Schneeflocke in der Mitte gekennzeichnet sein müssen. Eine Ausnahme wird bei „M+S“-Reifen, die bis zum 31.12.2017 hergestellt worden, gemacht: „Sie dürfen auch bei winterlichen Bedingungen noch bis 2024 weitergefahren werden“, betont Juri Oleksyuk.

Bußgeld und Punkt droht

Winterreifen erhöhen die Sicherheit. Wer bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte mit Sommerreifen erwischt wird, muss 60 oder sogar 80 Bußgeld zahlen, außerdem wird ein Punkt in Flensburg verhängt.

Auf die Winterreifenpflicht haben sich die Kunden mittlerweile eingestellt, wenngleich es auch Kritiker gibt, die angesichts der milden Winter an der Winterreifenplicht zweifeln: „ Vier Millimeter Profilstärke sollten es nach einer Empfehlung des ADAC schon sein“, meint Oleksyuk. So verlängere sich der Bremsweg bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h von 18 Metern bei einem Profil von acht Millimetern auf 26 Metern bei einer Profilstärke von nur zwei Millimetern.

Wer seine Reifen wechseln möchte, sollte unbedingt einem Termin vereinbaren, um Wartezeiten zu vermeiden. Rund eine Woche beläuft sich derzeit die Vorlaufzeit auf einen Termin. Etwa eine dreiviertel Stunde müssen die Autofahrer für den Wechsel einplanen. Der beinhaltet bei Vergölst auch das Auswuchten und eine Überprüfung der Verschleißteile.

650 Reifensätze auf Lager

Etwa 650 Sätze sind eingelagert. Alle haben einen per EDV-gesteuerten festen Lagerplatz. Hinter dem Kennzeichen sind alle wichtigen Daten hinterlegt. Das erspart das Suchen. 40 bis 60 Fahrzeuge werden täglich umgerüstet.

Auch im Autohaus Pietsch hat die Wechselphase begonnen: „Viele Kunden sind aufmerksam geworden, als das Thermometer nur drei Grad zeigt“, erzählt Rainer Fischer. Fast 30 Monteure wechseln täglich zwischen 60 und 70 Fahrzeuge, wobei sich die Kunden derzeit auf eine Wartezeit von knapp drei Wochen einrichten müssen. Nahezu 3500 Reifensätze sind bei Pietsch eingelagert. Anlass für das Autohaus am Herrenteich, direkt bei den Kunden vor Ort die Reifen zu wechseln, wenn zehn oder mehr Fahrzeuge dafür infrage kommen.

Auch weitere Auto- und Reifenhändler haben gegenwärtig mit der Umrüstung viel zu tun. So viel, dass nicht einmal Zeit für eine Auskunft am Telefon blieb.


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