Nach Bankautomat-Sprengung in Melle Sprengungen in Serie: Region Osnabrück/Emsland im Überblick

So sah der Tatort in einem Combi-Markt in Aschendorf (Papenburg) 2016 aus. Foto: FeuerwehrSo sah der Tatort in einem Combi-Markt in Aschendorf (Papenburg) 2016 aus. Foto: Feuerwehr

Melle. Die Sprengung eines Bankautomaten in Melle hat den Fokus erneut auf ein kriminelles Gewerbe gelenkt, das zuletzt in der Region Osnabrück/Emsland aus den Schlagzeilen verschwunden war. Dabei haben die Fallzahlen 2018 bundesweit wieder zugenommen.

Kriminelle haben im ersten Halbjahr wieder deutlich häufiger Geldautomaten in die Luft gesprengt. Das geht aus Daten des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor. Dabei entstehen den Finanzinstituten nicht nur Schäden durch den Raub. Häufig gehen die nächtlichen Aktivitäten mit hohen Sachschäden einher.

Panzerknacker haben in Deutschland im ersten Halbjahr nach BKA-Daten in 187 Fällen Geldautomaten gesprengt, um an Bares zu kommen. In den ersten sechs Monaten 2017 gab es etwa 140 Attacken, im gleichen Zeitraum 2016 waren es rund 180.

Das BKA geht bei den Fallzahlen zwar von normalen Schwankungen aus, allerdings auch davon, dass der Trend eher weiter nach oben geht.

Regelrechte Serie in der Region-Osnabrück/Emsland

In der Region-Osnabrück/Emsland war es in den vergangenen Jahren zu einer regelrechten Serie von Sprengungen gekommen. 2016 waren 20 Banken im Emsland und der Grafschaft Bentheim betroffen. Die Oldenburgische Landesbank (OLB) reagierte und rüstete die Automaten nach. In Neulehe (Emsland) griff die Bank indes zu einem anderen Mittel und entschied sich aus Sicherheitsgründen dazu, den Geldautomaten zu schließen.

Zahlreiche Erfahrungen haben die Papenburger gemacht. Im Einkaufszentrum Dever Park machten sich unbekannte Täter im Juni 2016 an einem Geldautomaten zu schaffen. Allerdings vergeblich, Geld kam nicht abhanden. Eine Sprengung war zunächst vermutet worden, jedoch hatten die Täter wohl doch auf Handwerk gesetzt. Zwei Monate zuvor war in dem Einkaufszentrum in Papenburg-Untenende allerdings tatsächlich ein Bankautomat in die Luft gejagt worden. Ein folgender Sprengversuch im Juli 2017 im Ems-Center in Papenburg scheiterte dann zwar, doch nur ein Jahr später, im Dezember 2017, wurde erneut das Einkaufszentrum Dever Park Tatort eines Anschlags auf einen Geldautomaten.

Und in Aschendorf, das zu Papenburg gehört, schlugen Kriminelle Ende Juli 2016 in einem Combi-Markt zu.

Ebenfalls 2016, im Mai, wurde ein Automat in Neuenkirchen-Vörden gesprengt, zuvor war es im März zu einem Fall in Meppen gekommen. Im August des Jahres knallte es dann an einer Bank in der Lotter Straße in Osnabrück und im September war eine Bankfiliale in Osnabrück-Schinkel das Ziel.

Eine ganz andere Ursache hatte derweil ein markanter Geldschwund in einem Bankautomaten in der indischen Stadt Tinsukia. Dort fanden Mitarbeiter einer Bank im Juni 2018 eine tote Ratte in ihrem Geldautomaten. Bevor sie starb hatte sie immerhin Geldscheine im Wert von 15.000 Euro gefressen.

Hier geht es zum Bericht über die Sprengung in Melle in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober

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