„So funktioniert das nicht“ Tierschutzverein Melle distanziert sich von Tierklappe

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Silke Sieckkötter, Betreiberin des Gnadenhofes „Die Geretteten“, bezieht zum Thema „Tierklappe“ keine Stellung. Foto: Kirsten MuckSilke Sieckkötter, Betreiberin des Gnadenhofes „Die Geretteten“, bezieht zum Thema „Tierklappe“ keine Stellung. Foto: Kirsten Muck

Oldendorf/Melle/Riemsloh. Im September machte der Gnadenhof „Die Geretteten“ mit seinem neuesten Projekt bei Facebook auf sich aufmerksam. Eine Tierklappe sollte am 15. September am Hof in Oberholsten öffnen. Doch dazu kam es nicht. Der Tier- und Naturschutzverein Melle sowie die Meller Tierhilfe beziehen Stellung zu diesem Thema und distanzieren sich bewusst von dem Projekt.

Eine Tierklappe „für Melle und Umgebung“ soll es werden, finanziert unter anderem durch Spenden. Darin, so schreiben die Betreiber des Gnadenhofes „Die Geretteten“ auf ihrer Facebookseite, können Tiere – aus welchen Gründen auch immer – abgegeben werden.

Flyer mit festem Datum

Am 10. September heißt es bei den „Geretteten“ auf Facebook, die Tierklappe für Melle und Umgebung soll „in Kürze eröffnet“ werden. Auf ihrer Homepage gaben sie auf einem veröffentlichten Flyer mit dem 15. September ein festes Datum an, löschten diesen Beitrag aber wieder.

Der Tierschutzverein, der seit Jahrzehnten im Grönegau aktiv ist, distanzierte sich daraufhin öffentlich von den Geretteten, was auch daran liegt, dass die sich „Tier-, Natur- und Artenschutz-Gnadenhof“ nennen, was in puncto Namen eine gewisse Ähnlichkeit zum Tier- und Naturschutzverein Melle aufweist. „Das Problem ist, dass die beiden Vereine mit diesem ähnlichen Namen eben schlecht von den Leuten auseinandergehalten werden können“, sagt Charlotte Bockrath-Regel, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Panela Opitz, Pressevertreterin des Vereins, ergänzt: „Wir stehen für unsere Arbeit. Seit vielen Jahren. Es kann nicht angehen, dass seitens der Geretteten Versprechungen gemacht werden, die nicht eingehalten werden und dass das negativ auch auf uns zurückfällt.“

Versprechungen gemacht

Auch die Tierhilfe Melle distanzierte sich schnell öffentlich von dem Vorhaben der Geretteten, eine Tierklappe ins Leben zu rufen. Gabi Lampe, Vorsitzende der Tierhilfe Melle, stellt klar: „Die Art und Weise, wie es schon im Internet gepostet wurde, bevor alles überhaupt spruchreif war, ist unprofessionell. Erst mal sehen, wieviel Geld reinkommt? Nein, so funktioniert das nicht. Hier wurden Leuten, die teilweise wirklich in Not waren, Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten wurden.“

Bei Facebook kochten die Emotionen daraufhin hoch. Die Geretteten schimpften in einem Kommentar: „Es ist peinlich und unsäglich, wie hier der Tier- und Naturschutzverein Melle versucht, ein gutes und unterstützungswürdiges Projekt zu sabotieren. Man fragt sich unwillkürlich, ob da wohl Neid im Spiel ist.“ Dass seitens der Geretteten eine Eröffnung der Tierklappe zum 15. September beworben wurde, weisen die Betreiber des Gnadenhofes aktuell von sich: „Es wurde immer darauf hingewiesen, dass die Tierklappe erst eröffnet wird, wenn eine finanzielle Rücklage geschaffen ist.“

Auf den aktuellen Stand des Projektes „Tierklappe“ angesprochen, weigert sich Silke Sieckkötter, Betreiberin des Gnadenhofes „Die Geretteten“, dem Meller Kreisblatt Auskunft zu geben: „Dazu ist schon genug geschrieben worden.“


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