Frisch geprüft und hoch geflogen Meller Segelflieger erreicht dritten Bundesjugendpreis

Von Conny Rutsch

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Melle. Eigentlich steht er noch ganz am Anfang seiner Segelflugkarriere: Niklas Beening aus Melle fliegt mit seinen 21 Jahren erst seit faktisch vier Jahren. Zwar begeisterte er sich schon bei einem Schnupperkurs zu seinem 15. Geburtstag für die Fliegerei, doch legte er erst in diesem Jahr nach einigen Flugpausen seine Prüfung ab.

Für diejenigen Segelflugpiloten, die ihre Fluglizenz maximal zwei Jahre besitzen, findet das jährliche Landesjugendvergleichsfliegen statt. Jedes Bundesland schreibt diesen Wettbewerb aus, der als Vorentscheid für den Bundesausscheid gilt.

Bestes Bundesland

„Ich hatte mir gar keine Chancen ausgerechnet“, erzählt Niklas Beening, der im September den Niedersachsenwettbewerb in der Nähe von Burgdorf mitflog.

Hier mussten Aufgaben bewältigt werden, die in Sichtweite des Flugplatzes stattfinden und die Beherrschung von Flugtechniken zeigen. Starten, die Einteilung der Landung und die Landung selbst werden von einer Jury bewertet. Ziel des Wettbewerbs ist es, möglichst wenig Punkte einzusammeln, sprich, möglichst wenige Fehler zu machen.

„32 Vereine waren am Niedersachsenausscheid beteiligt“, erzählt Niklas Beening, „und nur die drei besten Piloten hatten die Chance auf den Bundeswettkampf“.

Und es klappte tatsächlich: Von 31 Teilnehmern erreichte der junge Flieger den dritten Platz, völlig unerwartet. Niedersachsen zeigte sich in der Gesamtwertung sogar als das beste Bundesland im Abschneiden der jungen Segelflugpiloten.

Schon wenige Wochen später vom 20. bis 23. September durfte Niklas Beening mit seinen beiden Kollegen Niedersachsen beim Bundesjugendvergleichsfliegen in Paderborn-Haxterberg vertreten. „Extra dafür haben wir uns ein Shirt bedrucken lassen“, erklärt der Meller Flieger. Zwischen Kaffee um 8 Uhr morgens und einem erfrischenden Getränk um 18 Uhr wird geflogen, steht dort weiß auf blau der Zeitplan (engl. Schedule) gedruckt.

Vom Wettbewerbsfieber gepackt

Und wieder hieß es, technisch sauber fliegen. Kreise und Richtungswechsel zwischen Start und Landung und die Landung innerhalb eines Feldes von 50 Meter Länge. Thomas Vogt, zweiter Vorsitzender des Segelfliegerclubs Melle-Grönegau erklärt: „Das Landefeld ist noch einmal in vier Felder unterteilt. Je genauer die Landung ist, desto weniger Punkte gibt es.“ Er ist sichtlich stolz auf den frisch gebackenen Piloten, denn der erflog sich auf Bundesebene tatsächlich den zweiten Platz von 45 Fliegerkollegen.

Nun hat Niklas Beening das Wettbewerbsfieber so richtig gepackt. „Im kommenden Jahr möchte ich bei der Bezirksmeisterschaft mitfliegen“, sagt er begeistert.

Und, was er noch betont: „Das Segelfliegen ist durchaus kein elitäres Hobby.“ Jeder Interessierte könne einfach mal vorbeikommen und die Fliegerluft schnuppern, Vereinsbeiträge könnten durchaus von Taschengeldbeiträgen bezahlt werden.


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