Interview mit Petra Buderath Gruppe für Meller Kinder aus Trennungsfamilien

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Zweimal jährlich bietet das Integrative Beratungszentrum der Diakonie (Riemsloher Straße 5) eine Gruppe für Kinder aus Trennungs-/Scheidungsfamilien an. Foto: imago/imagebrokerZweimal jährlich bietet das Integrative Beratungszentrum der Diakonie (Riemsloher Straße 5) eine Gruppe für Kinder aus Trennungs-/Scheidungsfamilien an. Foto: imago/imagebroker

Melle Zweimal jährlich bietet das Integrative Beratungszentrum der Diakonie (Riemsloher Straße 5) eine Gruppe für Kinder aus Trennungs-/Scheidungsfamilien an. Am 7. November startet wieder eine, für die noch drei Plätze frei sind. Wir sprachen mit der Leiterin des Beratungszentrums, Petra Buderath.

Frau Buderath, wer kommt zu Ihnen?

Meistens meldet sich ein Elternteil, weil das Kind Auffälligkeiten zeigt. Niemand ruft an und sagt: wir lassen uns scheiden. Erst in der Beratung stellt sich dann heraus, dass es eine Trennung gab. Das Kind zeigt dann Befindlichkeiten, die es vorher nicht hatte. Wird aggressiver, ärgert andere, zieht sich zurück, Leistungsabfall in der Schule. Oder zeigt unklare Symptome: Bauch- und Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, will nicht zur Schule gehen. Trennung ist Stressfaktor Nummer zwei bei Kindern. Nummer eins ist, wenn ein Elternteil verstirbt.

Was machen sie in der Gruppe?

Die Gruppe ist ein Ort, wo die Kinder sich ihrer Gefühle wie Wut, Ohnmacht oder Trauer bewusst werden können und wo sie nicht aufpassen müssen, wie sie sich verhalten. Sie bekommen ja mit, wenn Mama immer traurig ist und denken vielleicht: Ich darf jetzt keine Schwierigkeiten machen. Oder: Ich darf Papa nicht mehr toll finden. Oder: Ich bin schuld, weil ich böse war. Für die Kinder ist es eine gute Erfahrung, in der Gruppe zu erleben, dass es anderen genauso geht und nicht zu denken: Mit mir ist etwas nicht in Ordnung, deshalb muss ich zur Beratung.

Die Gruppe mit acht Kindern zwischen sechs und zehn Jahren trifft sich zehnmal für anderthalb Stunden und wird von zwei Pädagogen betreut. Es gibt Spiele zum Kennenlernen, die Kinder können ihre Gefühle mit Pantomime ausdrücken, zeichnen, Familienfotos mitbringen. Alles läuft sehr spielerisch ab.

Bekommen die Eltern auch Beratung?

Petra Buderath. Foto: Michael Hengehold

Die sind ja schon in Beratung. Manche kommen einmal, andere 15-mal. Manchmal werden wir auch als Mediatoren tätig, wenn beide Elternteile kommen. Die Kinder werden meist von Müttern angemeldet. Väter melden sich eher, wenn das Kind bei der Mutter lebt und sie das Gefühl haben, nicht ausreichend Zugang zum Kind zu bekommen. Für die Gruppe gibt es zudem jeweils Vor- und Nachgespräche mit möglichst beiden Elternteilen. Das Angebot ist kostenfrei, Anmeldungen sind möglich unter 05422/940080.


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