Ursprung von Foto und Film Ausstellung „Licht und Schatten“ in Spenge

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Ein funktionsfähiges Stereoskop zeigt Museumspädagogin Sonja Voss. Foto: Werburg-VereinEin funktionsfähiges Stereoskop zeigt Museumspädagogin Sonja Voss. Foto: Werburg-Verein

pm/nw Spenge Was machten die Menschen in der Spenger Werburg früher in ihrer Freizeit ganz ohne Fernsehen und Internet? Solche Fragen beantwortet die Ausstellung „Licht und Schatten“ noch bis zum 16. Dezember.

Zwar gab es noch keine abendfüllenden Filme, wie wir sie heute kennen. Aber handgemalte lichtdurchlässige Glasbilder, deren Motive mithilfe einer „Laterna Magica“ auf eine Fläche projiziert werden konnten, gab es bereits zu Zeiten des Barock. Als Lichtquelle diente dabei eine Kerze oder eine Öllampe, gegen Überhitzung und Sauerstoffmangel trug die Apparatur einen kleinen Schornstein, was der „Laterna Magica“ ein originelles Aussehen gibt.

Selbst ausprobieren

Drei Exemplare der „Laterna Magica“ sind ausgestellt, eine davon zum Ausprobieren durch die Besucher. Das Licht liefert dabei eine Taschenlampe – ein Zugeständnis an den Brandschutz. Außerdem sind Beispiele für die gemalten Dias zu sehen. So entsteht ein Eindruck davon, wie früher mithilfe dieser Technik Geschichten erzählt und weit entfernte Landschaften und fremde Kulturen im Bild dargestellt werden konnten.

Historische 3-D-Brille

Zu sehen ist auch eine „Camera Obscura“, die Lochkamera und Urform aller Fotoapparate. Das Prinzip war bereits in der Antike bekannt, seit dem 16. Jahrhundert wurde die „Camera Obscura“ als Hilfe bei Zeichnungen und in der Malerei genutzt. Und so können auch die Besucher der Werburg durch die „Camera Obscura“ ein Motiv betrachten und per Bleistift zu Papier bringen.

Ausprobiert werden kann auch ein „Stereoskop“, eine 3-D-Brille aus dem späten 19. Jahrhundert. Durch zwei getrennte Gläser fällt der Blick auf zwei identische Fotos in einer Halterung. Durch Verschieben der Halterung entsteht ein optischer Effekt, die beiden Fotos vereinigen sich zu einem Bild mit einer räumlichen Tiefenwirkung.

Optische Effekte werden auch mit verschiedenen anderen Dingen erzielt. Das beginnt mit dem einfachen „Daumenkino“ bis hin zu Vorrichtungen mit wunderlichen Namen wie dem „Phenakistiskop“. Dabei handelt es sich um eine Drehscheibe, die an ihrem äußeren Rand mit Öffnungen zur Durchsicht ausgestattet ist. Auf einer Seite der Scheibe wird als Motiv ein in Einzelbilder aufgelöster Bewegungsvorgang gezeigt. Wird die Scheibe mit dem Motiv vor einem Spiegel schnell gedreht und der Vorgang durch die Öffnungen auf der Scheibe betrachtet, so ergibt sich eine fortlaufende Bewegung. Eine spielerische Vorstufe des Films.

Führungen

Die Ausstellungstücke stammen alle aus dem Spielzeugmuseum im Mühlenkreis. Das in Hüllhorst-Schnathorst beheimatete private Museum wird von Sigrid und Siegfried Israel betrieben und zeigt neben den optischen Apparaturen und Spielzeugen auch historische Gesellschaftsspiele, Puppen, Eisenbahnen, Bilderbücher und weiteres Spielzeug aus der Zeit von 1830 bis 1975.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Museums samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr bis zum 16. Dezember besucht werden. Außerdem werden zur Sonderausstellung Führungen, Familiennachmittage und Workshops angeboten.pm/nw

Termine auf www.werburg-museum-spenge.de/veranstaltungen


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