Ritt durch herbstbunten Grönegau Hubertusjagd auf Schloss Gesmold mit 62 Reitern

Von Conny Rutsch

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Gesmold. Sie kamen von weit her, um an einer der traditionsreichsten Herbstjagden Deutschlands teilzunehmen: 62 Jagdreiter fanden sich am Sonntag auf Schloß Gesmold ein, um die Hubertusjagd mitzureiten.

Und als hätte nicht nur der Jagdheilige seine Hand im Spiel, spendierte auch Petrus sein sprichwörtliches Kaiserwetter und machte das Reiterspektakel zu einem wahren Publikumsmagneten. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir hier schon einmal so viele Zuschauer begrüßen konnten“, erklärte Philipp Freiherr von Hammerstein, der die Gäste zu Pferd als Jagdherr auf Schloß Gesmold willkommen hieß.

Niedersachsenmeute

Wie seit vielen Jahren bedankte sich die Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Gesmold, Barbara Wurdack, bei Familie von Hammerstein für die Ausrichtung der Jagd vom Schloss aus. Nachdem dann die Jagdhornbläser der Jägerschaft Melle die Reitjagd angeblasen hatten, ging’s zum Aufgalopp hinter den Barockgarten des Schlosses, von wo aus das herbstliche Treiben durch einen Teil des Grönegau ihren Anfang nahm, immer den Foxhounds der Niedersachsenmeute unter Leitung von Master Camill Freiherr von Dungern und seiner Equipage nach. Lena und Josef Giese ritten den drei Reiterfeldern voran und legten die Schleppe für die Hunde, der dann die Reiter folgten. Das erste Feld führten Rainer Oberniehaus und Hermann Niermann an, das zweite Jagdherr Philipp von Hammerstein gemeinsam mit Peter Sobotta, und das dritte Reiterfeld leiteten Britta Osterheider und Evgeny Lityagin. Für das Einsammeln möglicherweise verlorengehender Hufeisen ordneten sich in bewährter Manier die Lumpensammlerinnen Manuela Dröge und Maike Radke ans Ende des Jagdfeldes ein.

Aus Nürnberg angereist

Das Zwischenhalali und damit eine Verschnaufpause samt Imbiss für Hunde, Pferde und Reiter war auf Schloß Ledenburg im benachbarten Nemden vorbereitet worden. Philipp von Hammerstein lobte im Nachhinein die wetterbedingt hervorragenden Bodenverhältnisse, die nur bei den Schleppen über die Felder für wüstenstaubige Wolken sorgten.

Zum Ende der 18 Kilometer langen Reitstrecke, die ehrenamtlich ärztlich von Heinz Flacke, dem Malteser Hilfsdienst sowie der Freiwilligen Feuerwehr Gesmold gesichert wurde, verfolgten hunderte Zuschauer gespannt den Durchritt der Else in der Nähe des Schlosses als Höhepunkt und Abschluss der Jagd. Nach etwa drei Stunden erhielten die Reiter den Erinnerungsbruch und die Hunde ihr wohlverdientes Curee. Dass diese Hubertusjagd auch in moderner Zeit weiterhin ein Ereignis bleiben wird, dafür möchte der Jagdherr in dritter Generation Philipp von Hammerstein sorgen mit „meiner Leidenschaft zum Reiten und der Wahrung der Tradition“, wie er betont. Auch im kommenden Jahr werden die Jagdreiter wieder von weither nach Gesmold kommen, wie dieses Mal ein Reiter aus Nürnberg, der mit großem Pferde- und Wohnmobil nach Gesmold angereist war.


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