Preis der Sielmann-Stiftung „Naturwunder“ in Melle-Westerhausen ausgezeichnet

Von Conny Rutsch

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Preis für Blumiges Melle: Karsten Wachsmuth (Blumiges Melle), Volker Wiesehahn, Hartmut Escher (Europarc), Kai Behncke und Detlev Böhm (Blumiges Melle), Landrat Michael Lübbersmann, Fritz Brickwedde (Sielmann-Stiftung), Reinhard Scholz, Antje Broekmans (Grundschule Westerhausen)(von links). Foto: Conny RutschPreis für Blumiges Melle: Karsten Wachsmuth (Blumiges Melle), Volker Wiesehahn, Hartmut Escher (Europarc), Kai Behncke und Detlev Böhm (Blumiges Melle), Landrat Michael Lübbersmann, Fritz Brickwedde (Sielmann-Stiftung), Reinhard Scholz, Antje Broekmans (Grundschule Westerhausen)(von links). Foto: Conny Rutsch

Oldendorf. Es ging um wilde Bienen, Käfer und Co. und ihre Rückzugsorte in den Nationalparks und anderen Wildnisgebieten in Deutschland. Beim von der Heinz-Sielmann-Stiftung und Europarc Deutschland ausgelobten Wettbewerb „Deutschlands Naturwunder 2018“ gewann der Natur- und Geopark Osnabrücker Land mit dem Projekt „Gnadenhof Blühwiese Blumiges Melle“ in Westerhausen.

Der jährlich stattfindende Wettbewerb findet ausschließlich im Internet statt und wird auch hier entschieden. Knapp 20.000 Menschen stimmten über 18 Kandidaturen ab, die sich unter dem Thema „Letzte Refugien für bedrohte Insekten“ beworben hatten, und 37 Prozent der Stimmen landeten in Melle.

Bekannt wie ein bunter Hund

Inzwischen ist Kai Behncke im Grönegau bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Mit seiner gemeinnützigen Unternehmergesellschaft (gUG) „Umweltschutz und Lebenshilfe“ setzt er seine gesamte Kreativität, Energie und Arbeitskraft ein, um die Umwelt ein bisschen gesünder zu machen und den Tieren ein Überleben zu sichern. Und auf vielen Firmengeländen, städtischen und privaten Flächen bieten seit einigen Jahren die von ihm initiierten Blühwiesen den Insekten Nahrung.

Am Dienstag durfte er gemeinsam mit Landrat Michael Lübbersmann Preis und Urkunde von Fritz Brickwedde (Vorsitzender der Sielmann-Stiftung) und Hartmut Escher vom Vorstand Europarc Deutschland in Empfang nehmen und zwar direkt auf einer inzwischen gemähten Blühwiese hinter dem Gasthaus Hubertus in Föckinghausen. Hier stellen Mareile und Volker Wiesehahn eine von 43 Flächen in Melle zum Einsäen der Osnabrücker Saatgutmischung zur Verfügung wie sie Kai Behncke für die Insektenweide bevorzugt. In den Boden gebracht wurden die Blumensaat von Schülern der Grundschule Westerhausen.

Tiere statt Rasenmäher

Zur Preisübergabe fanden sich auch drei Schafe und ein Pony ein, die dafür sorgen, dass die Wiese fachgerecht gemäht wird, wie Kai Behncke augenzwinkernd anmerkte. „Die Tiere grasen die Wiesen schonend ab und tragen die Samen der Pflanzen im Fell und unter den Hufen weiter“, erklärte er.

Beim anschließenden gemütlichen Kaffeetrinken lobte Lübbersmann das „tolle Netzwerk“ Behnckes, das schließlich zum Wettbewerbserfolg geführt habe. Lübbersmann bezeichnete die Arbeit Behnckes als wunderbare Ergänzung mit Mehrwert zu der laufenden Arbeit etwa von Landwirten oder Jägern im Naturschutzbereich.

Brandaktuelles Thema

Melles Bürgermeister Reinhard Scholz merkte an, dass das Thema Artenvielfalt brandaktuell sei und auch politisch daran gearbeitet werde im Hinblick auf das Flächenangebot für Blühwiesen. „Ich wünsche mir, dass dieses Thema weiter blüht“, sagte er und lobte das nachhaltige Engagement Behnckes und seiner Mitarbeiter.

Kai Behncke freute sich selbstredend über den Erfolg des „Blumigen Melle“: „Trotz allem kleben wir nur Pflaster auf und legen Infusionen“, erklärte er mit Blick auf das Thema der intensiven Landwirtschaft, das sicher nicht regional ändernd zu bearbeiten sei.


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