Deutscher Genealogentag in Melle Vortrag über Meller Auswandererfamilien Heller und Plohr

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Die Alte Posthalterei, heute das älteste Gebäude Melles.

            

              
                Entnommen dem Buch „Melle - Bilder aus der Vergangenheit (2)“.Die Alte Posthalterei, heute das älteste Gebäude Melles. Entnommen dem Buch „Melle - Bilder aus der Vergangenheit (2)“.

Melle Die Familien Heller und Plohr lebten jahrhundertelang in Melle, Buer, Riemsloh und Düingdorf. Unter dem Titel „Von Melle bis Amerika – die Familien Heller und Plohr“ hält Sonja Gehrmann beim 70. Genealogentag einen Vortrag über die zwei Familien, die in die USA ausgewandert sind.

Auf dem 70. Deutschen Genealogentag in Melle, veranstaltet von der „Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände“ und ausgerichtet vom „Arbeitskreis Familienforschung Osnabrück“, treffen sich Personen, die Informationen über ihre Ahnen sammeln möchten.

Aus allen Ecken der Republik

Interessierte, die einen sinnvollen Einstieg suchen, treffen auf fortgeschrittene Ahnenforscher, eingetragene Vereine, und Firmen, die damit ihr Geld verdienen. Und das aus allen Ecken der Bundesrepublik.

Daher ist es um so bemerkenswerter, dass einige Vorfahren, die in Melle und Umgebung lebten, ebenso ihre Erwähnung finden.

Die Familien Heller und Plohr lebten jahrhundertelang in Melle und den heutigen Meller Stadtteilen Buer, Riemsloh, Düingdorf und weiteren Dörfern.

Die Familie Plohr hatte großen Einfluss im 17. Jahrhundert, als sie sogar den Bürgermeister stellte und großzügige Spenden leistete, um Melle zu entwickeln und voranzubringen. Die Posthalterei in Melle, heute das älteste Gebäude der Stadt, genutzt vom Heimatverein Melle, wäre ohne die Familie Plohr gar nicht entstanden und auch der Bau des alten Rathauses, dessen Türbalken 1908 wieder entdeckt wurden, wurde von Familie Plohr unterstützt.

Im 19. und 20. Jahrhundert liefen die Familienmitglieder auseinander, zogen nach Osnabrück oder wanderten in die USA aus. Das Ziel war jedoch nicht New Melle in Missouri, sondern Chicago, wo es Arbeit gab, und die Hoffnung auf Glück und Auskommen. Von dort aus verbreitete sich die Familie weiter nach Kalifornien und nach Saskatchewan in Kanada. Noch heute leben die Nachfahren der Auswanderer dort und betreiben nach eigenen Angaben die zweitgrößte Farm von Saskatchewan.

Die Familie Heller stammt aus Düingdorf. Ein Caspar Heller ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Miteigentümer des heute nicht mehr existierenden „GutWalle“ erwähnt, das ursprünglich der Familie von Plettenberg gehörte. „Klein-Altona“ beherbergte zu der Zeit unter anderem „lichtscheues Gesindel“.

139 Seiten Nachlass

Der Ursprungshof Heller entstand im späten Mittelalter und existiert noch heute. Eine Witwe Heller, geborene Kronsbein, wanderte im 19. Jahrhundert nach St. Louis aus, nachdem ihr Mann verstorben und der Hof an einen Nachfahren übergeben war. Ihr Sohn kam ebenfalls mit und eröffnete ein Einzelhandelsgeschäft. Er hinterließ ein Testament, indem er sein Vermögen seinen Nachfahren vermachte. Selbst der kleinste Gegenstand im Laden wurde bei der Nachlassverwaltung notiert und entsprechend verwertet, was heute auf 139 Seiten im pdf-Format nachzulesen ist.

Der ursprüngliche Einstieg in die Ahnenforschung war für Sonja Gehrmann ebenfalls ein Heller. Er wuchs im 20. Jahrhundert in Osnabrück auf und wurde zur Wehrmacht eingezogen. An Bord eines Flugzeuges war er als Schütze an der Ostfront eingesetzt.

Bei Kertsch abgeschossen

Das Flugzeug wurde bei Kertsch auf der Krim abgeschossen und die gesamte Besatzung starb. Der Pilot hinterließ ein Kriegstagebuch, das jedem Besatzungsmitglied ausgehändigt wurde. Glücklicherweise waren in der „Deutschen Dienststelle (WASt)“ reichlich Unterlagen vorhanden, sodass man das kurze Leben des jungen Mannes nachzeichnen kann.

Zu diesem Vortrag ist jeder Interessent willkommen. Fragen können gerne am Stand der „Genealogisch-heraldischen Arbeitsgemeinschaft Roland zu Dortmund“ gestellt werden. pm/hen

Sonja Gehrmann wird im Rahmen des 70. Genealogentag am Samstag, 6. Oktober, ab 15.30 Uhr im Solarlux Campus über die Familien Heller und Plohr referieren.

Was der 70. Genealogentag bietet: Familienforscher treffen sich in Melle


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