„Es gibt nur eine Gesundheit“ Ergebnisse der Meller Fachtagung zum Antibiotikaeinsatz

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Hochkarätig besetzt war eine Fachtagung zum Antibiotikaeinsatz bei Mensch und Tier im Hotel van der Valk. Foto: Michael HengeholdHochkarätig besetzt war eine Fachtagung zum Antibiotikaeinsatz bei Mensch und Tier im Hotel van der Valk. Foto: Michael Hengehold

hen/pmMelle Die Gesundheit von Mensch und Tier darf nicht mehr unzusammenhängend betrachtet werden. Da waren sich die Fachleute beim One Health Fachsymposium zur Antibiotikaanwendungssituation im Hotel van der Valk einig.

Im Mittelpunkt standen Ansätze, wie ein effizienteres Gesundheits- und Hygienemanagement in Arztpraxen, Kliniken und Ställen gelingen kann. Ein besonderes Augenmerk richtete sich auf Umweltaspekte der Antibiotikaanwendung.

In der Tagung wurde ausgelotet, welche Auswirkungen die bisherigen Bemühungen zur Optimierung des Antibiotikaeinsatzes gezeigt haben, und welche weiteren Aufgaben noch erledigt werden müssen. In seiner Einführung betonte der Präsident des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Eberhard Haunhorst die Bedeutung ganzheitlicher Ansätze zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen. „Resistenzen können dazu führen, dass Antibiotika zur Behandlung von bakteriellen Infektionen bei Mensch und Tier wirkungslos werden. Es ist daher eine gemeinsame Aufgabe der Human- und Veterinärmedizin zur Bekämpfung von Resistenzen beizutragen. Denn es gibt nur eine Gesundheit.“

Diese Ansicht unterstützten auch die anwesenden Fachleute. Besonders unterstrich das Karsten Becker. Der leitende Oberarzt im Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Münster der Westfälischen Wilhelms-Universität zeigte anschaulich, wie vielfältig und flexibel, aber auch wie gefährlich der Austausch von Mikroorganismen bei der Überwindung von Wirts- und Lebensraumgrenzen für Mensch, Tier und Umwelt sein kann.

Aber nicht nur die Erkenntnisse im Kleinen spielen eine Rolle. Das große Ganze dürfe nicht aus den Augen verloren werden, betonte die Nutztier-Epidemiologin und Geschäftsführerin des Verbundes zur Forschung über den Wandel in der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen. Barbara Grabkowsky: „Vorsorgemaßnahmen sind von besonderer Bedeutung. Dazu gehören Management- und Hygienemaßnahmen im Krankenhaus, den Arztpraxen und im Stall. Hier gibt es noch Luft nach oben.“

Nachweislich Erfolge

Dennoch gebe es nachweislich Erfolge bei der Verminderung von Antibiotikabgaben in der Tierhaltung. Aber nicht jede Verminderung von Arzneimittelgaben sei auch zielführend. Darauf wies. Robby Andersson, Lehrstuhlinhaber für Tierhaltung und Produkte an der Hochschule Osnabrück, hin: „Der radikale Verzicht auf Arzneimittel dient weder der Tiergesundheit, dem Tierwohl oder der Lebensmittelsicherheit.“ Aber auch Andersson schlug vor, besondere Überwachungssysteme so zu etablieren, damit rechtzeitig die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden können, aber auch deren Erfolg oder Misserfolg erfasst werde.

Im Schlusswort sagte Thomas Blaha (Tierärztliche Hochschule Hannover) mit Blick auf den zuletzt aufgebauten Datenbestand zur Antibiotikaanwendung: „In den letzten Jahren wurde Großes erreicht.“

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