Mensch designt Maß-Kreaturen „Verhältnis von Mensch und Tier“ im Marta Herford

Von Marita Kammeier

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Herford. Schnurrende Katzenfellwesten, blubbernde Glaszylinder und rosiges In-vitro-Fleisch: Wie 30 Künstler und Designer das oft widersprüchliche Verhältnis zwischen Mensch und Tier sehen, zeigt die neue Ausstellung im Marta-Museum.

Es ist eine relativ kleine Ausstellung in der ersten Etage des Museums, die es jedoch in sich hat. Neben kritischen Fragen zu gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklungen werden dort Zukunftsszenarien aufgezeigt. „Den Blick auf die Verhältnisse lenken zwischen Design, Gesellschaft, Umwelt und Mensch“, sagte Kuratorin Friederike Fast in der neuen Ausstellung „Kreaturen nach Maß – Tiere und Gegenwartsdesign“.

In Deutschland gibt es 34 Millionen Haustiere – Tendenz steigend. „Tiere sind Nahrungsmittel, Gefährte im Alltag oder Forschungsobjekt. In Laboren werden sie künstlich als Ersatzfleisch oder Organlieferanten für menschliche Körper gezüchtet“, erläuterte Marta-Direktor Roland Nachtigäller.

Ideengeberin der Ausstellung ist die Münchner Designerin und Kuratorin Tanja Seiner. In drei Themenbereichen werden „Gefährten und Gegenüber“, „Ressourcen und Ersatzstoffe“ sowie „Optimierung und Zukunftsvisionen“ in 65 Kunstwerken, Musikvideos und Filmen aufgearbeitet.

Was essen wir in Zukunft? Ein im Labor gezüchteter In-vitro-Burger kostet heute noch 30000 Euro. Denkbar seien auch Organe aus In-vitro-Fleisch, meinte Friederike Fast. „Dann können wir das Heranwachsen der eigenen Implantate verfolgen.“

Thomas Thwaites verwandelte sich mit einem Exoskelett in eine Art Ziege und dokumentierte seinen „Urlaub vom Menschen“ in einem Video. Das Projekt dauerte drei Jahre. Faszinierend ist Pinar Yoldas Arbeit „Ecosystem of Excess“. In einem blubbernden Glaszylinder ist ein spekulatives Ökosystem zu sehen, in dem fiktive Tiere wie die „Plastic Balloon Turtle“ leben, die sich dem Leben im plastikverseuchten System angepasst haben.

Sollen ausgestorbene Tierarten mit wissenschaftlichen Methoden reanimiert werden? Ein Ideenlabor beschäftigt sich mit der Thematik. Die Besucher der Ausstellung werden zum Mitmachen aufgerufen.

Zu besichtigen ist die Ausstellung „Kreaturen nach Maß – Tiere und Gegenwartsdesign“ bis zum 6. Januar. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags und feiertags von 11 Uhr bis 18 Uhr, jeden 1. Mittwoch im Monat bis 21 Uhr.

Weitere Informationen auf www.marta-herford.de.


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