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Autofahrer wehrt sich gegen Vorwürfe Ersthelferin in Melle keinen „Stinkefinger“ gezeigt

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Bei dem Unfall auf der St.-Annener-Straße wurde am vergangenen Freitag ein 21-Jähriger schwer verletzt. Foto: Simone GraweBei dem Unfall auf der St.-Annener-Straße wurde am vergangenen Freitag ein 21-Jähriger schwer verletzt. Foto: Simone Grawe

Melle. Der Autofahrer, der nach einem Unfall in Schiplage einer Ersthelferin den Stinkefinger gezeigt haben soll und daraufhin angezeigt worden war, hat sich am Mittwoch in einem Gespräch mit unserer Redaktion zu den Vorwürfen geäußert. Nach seiner Darstellung hat sich der Vorfall am Freitagmittag anders als von der Polizei geschildert abgespielt.

Der Touran-Fahrer berichtet, dass er kurz nach 13.30 Uhr auf der St.-Annener-Straße in Richtung Westfalen unterwegs gewesen sei, um pünktlich um 14 Uhr seine Arbeitsstelle zu erreichen. Nach seiner Darstellung war die Gesamtsituation nicht erkennbar und die Unfallstelle zu jenem Zeitpunkt noch nicht abgesperrt, woraufhin er langsam an den vier Fahrzeugen vorbeigefahren sei, die dort gestanden haben: „Ich habe vier Autos wahrgenommen, aber die Unfallstelle selbst konnte ich nicht einsehen. Die Situation konnte ich gar nicht einschätzen“, betont der Autofahrer.

„Vor meinen Wagen gestellt“

Er habe dann bemerkt, dass ein Verletzter von vier Personen umgeben war und von einer Ersthelferin versorgt wurde: „Die Ersthelferin hat sich vor meinen Wagen gestellt und recht hysterisch reagiert, was wohl der Situation geschuldet war“, führt der Autofahrer aus. Er habe dann deutlich gemacht, dass er zur Arbeit müsse und weiterfahren wolle: „Das wäre günstiger gewesen, als zurückzusetzen, denn zwei Drittel des Weges hatte ich schon hinter mir.“

„Was fahren Sie hier lang?“, habe die Ersthelferin dann gefragt. Sie habe den Weg versperrt, sodass der Touran-Fahrer seinen Weg nicht fortsetzen konnte: „Ich konnte die Situation gar nicht einschätzen, die Polizei und die Feuerwehr waren noch nicht vor Ort“, schildert der Fahrer weiter.

Die Bitte der Ersthelferin, ob er die Hilfsmaßnahme nicht unterstützen wolle, sei gar nicht geäußert worden. Vielmehr habe er weiter in Richtung Wallenbrück fahren wollen, um die alarmierte Polizei und die Feuerwehr nicht zu behindern.

An Weiterfahrt gehindert

Ein anderer Helfer habe seine Beifahrertür geöffnet und ihn am Weiterfahren gehindert: „Das hat ein Nachspiel“, habe die Ersthelferin noch gerufen, bevor die Beifahrertür wieder geschlossen wurde und der Autofahrer seine Fahrt fortsetzen konnte.

„Ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen“, räumt der Autofahrer ein. Er habe sich noch gefragt, ob er etwas falsch gemacht habe und dann die Sache aber für erledigt erklärt.

Als dann der Artikel über das rücksichtslose und respektlose Verhalten des Autofahrers von unserer Redaktion veröffentlicht wurde, habe er nur gedacht: „Das kann nicht sein, dass ich das bin. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich war nicht unfreundlich, ich meine sogar, dass ich mich zurückhaltend verhalten habe“, beteuert der Autofahrer. Den Stinkefinger habe er nicht gezeigt.

Er sei daraufhin bei der Polizei vorstellig geworden und habe eine Aussage gemacht: „Einen Stinkefinger zu zeigen, das ist nicht meine Art. Vielleicht war die Ersthelferin einfach nur aufgrund der Situation nervös“, vermutet der Autofahrer, der für das Verhalten der Ersthelferin durchaus Verständnis zeigt.

Die Meller Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass der Autofahrer aus freien Stücken die Dienststelle aufgesucht habe und eine Aussage gemacht hat: „Zu dem laufenden Verfahren können wir allerdings keine Stellungnahme abgeben, die Ermittlungen dauern an“, äußerte sich ein Sprecher der Polizei.


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