zuletzt aktualisiert vor

Vorfall vor Diskothek Naava Hochzeit nach schlimmer Schlägerei in Melle abgesagt

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Symbolfoto: Volker Hartmann/dpaSymbolfoto: Volker Hartmann/dpa

Melle/Osnabrück. Üble Folgen hatte eine Schlägerei vor der inzwischen geschlossenen Diskothek Naava im Jahr 2017. Das Opfer hatte ein offenes Schädelhirntraumaerlitten, trug Metallplatten im Kopf und musste seine Hochzeit absagen.

In Osnabrück verhandelte das Landgericht die Sache am Freitag erneut, denn sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft hatten Berufung eingelegt.

Das Amtsgericht hatte den Angeklagten aus Calberlah (bei Wolfsburg) im April wegen vorsätzlicher Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen á 32 Euro (5760 Euro) verurteilt.

Junggesellenabschied gefeiert

Im Juli 2017 hatte der Geschädigte im Naava Junggesellenabschied gefeiert. Auf dem Parkplatz traf die Gruppe auf den Angeklagten und dessen Begleiter. Der 23-jährige Angeklagte hatte dem Junggesellen mit der Faust in das Gesicht geschlagen, wodurch der zu Boden ging und kurzzeitig bewusstlos war.

Ein Begleiter des Opfers half ihm auf, und bekam dann ebenfalls Schläge verpasst.

Der Junggeselle hatte durch den Schlag ein offenes Schädelhirntrauma bei Schädelbasisfraktur und Jochbeinbrüchen erlitten.

Metallplatten im Kopf

Noch zum Zeitpunkt der ersten Verhandlung trug er Metallplatten im Kopf. Wegen seiner langfristigen Krankschreibung sah der Mann zudem von der bereits organisierten Hochzeitsfeier nebst Hochzeitsreise ab. Sein Begleiter, der ihm aufgeholfen hatte, erlitt eine Rippenprellung.

In der Berufungsverhandlung wurden von zehn Zeugen nur die beiden Opfer nochmals gehört. Dann zog der Staatsanwalt seine Berufung zurück, der Angeklagte wiederum beschränkte seine auf die Höhe der Geldstrafe, nicht die Verurteilung als solche.

6000 Euro Schmerzensgeld

Weil er sich mit dem Opfer in einem Zivilprozess auf die Zahlung von 6000 Euro Schmerzensgeld geeinigt hatte, senkte die Kammer die Geldstrafe auf 90 Tagessätze á 10 Euro.

Das Opfer trägt inzwischen keine Platten mehr, hat geheiratet und auch seine Flitterwochen angetreten. Nur schnorcheln durfte er dort auf Anraten der Ärzte nicht.

Lesen Sie auch:


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN