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Ehrenamtliche Hilfe geht zurück Beide Flüchtlingsheime in Melle sind voll

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Rechtsberatung ist ein wichtiges Thema in der Flüchtlingsarbeit . Foto: Arne Dedert/dpaRechtsberatung ist ein wichtiges Thema in der Flüchtlingsarbeit . Foto: Arne Dedert/dpa

Melle. Melle stößt bei der Flüchtlingsunterbringung an seine Grenzen, sagte Erster Stadtrat Andreas Dreier im Sozialausschuss. Und noch ist die Quote nicht einmal erfüllt.

Derzeit sind in Riemsloh 39 Geflüchtete untergebracht, in Neuenkirchen 40, nannte Dreier Zahlen. Damit seien die Unterkünfte beide im Prinzip voll.

Für Kommunen gibt es eine Vorgabe, wie viele Asylsuchende sie aufzunehmen haben. Diese Quote ist allerdings in Melle noch nicht erfüllt. Demzufolge müsste die Stadt weitere 23 Menschen aufnehmen, sagte Dreier am Donnerstagabend im Ausschuss für Soziales, Jugend, Familie, Senioren und Integration. Allerdings befinde die Stadt sich diesbezüglich in guten Gesprächen mit der Landesaufnahmebehörde (LAB).

Eine Nachfrage, ob denn das (zeitweilig für Flüchtlinge vorgesehene und bereits weithin umgebaute) ehemalige Hallenbad in Melle-Mitte womöglich doch noch ins Spiel komme, beantwortete Dreier sinngemäß mit „Eher nicht.“ Gleichwohl bleibe das „optional in der Hinterhand.“

Die Flüchtlingsarbeit in Melle hat sich derweil inhaltlich stark verändert, erläuterten für die Caritas Maren Wilmes und Judith Langsenkamp. Letztere ist seit 2016 in Melle mit der Integrationsarbeit befasst. Mittlerweile stehe die Integrationsberatung im Mittelpunkt, nicht so sehr die Ankommensberatung.

Weniger Ehrenamt

Dazu zählen etwa Unterstützung bei Behördenangelegenheiten/Dokumenten und Themen wie Wohnen und Arbeit, Bildung/Weiterqualifierung sowie Rechtsberatung, erläuterte Wilmes den Ausschussmitgliedern.

Einem Bericht der Caritas ist derweil zu entnehmen, dass das ehrenamtliche Engagement nachlässt. Trotzdem werde „auch in den nächsten Jahren die Unterstützung der Ehrenamtlichen ein wesentlicher Bestandteil der Flüchtlingssozialarbeit bleiben“, so die Einschätzung.

Im laufenden Jahr sind 136 Personen in Beratung der Caritas, die meisten stammen aus Syrien (89) es folgen Irak, Iran, Eritrea und Somalia. Auffällig sei, dass immer mehr Geflüchtete aus dem afrikanischen Raum die Beratungsstelle aufsuchen.

Erfreulich: Immer mehr Klienten der Caritas finden den Weg in den Arbeitsmarkt. Deutlich mehr Männer als Frauen allerdings. Ein Großteil sei über Zeitarbeitsfirmen in befristeten Verträgen als Produktionshelfer oder in Logistikfirmen tätig. Vereinzelt erhielten die Caritas-Klienten aber gerade bei mittelständischen Unternehmen auch Ausbildungsmöglichkeiten oder Entfristungen.

Da die Integrationsprozesse in Melle weiterhin begleitet werden sollen, beschloss der Ausschuss, 75 Prozent der Stelle von Judith Langsenkamp weiterhin zu bezuschussen. Im Hinblick auf Schul- und Berufsabschlüsse und den Arbeitsmarkt bedürfe es in vielerlei Hinsicht noch professioneller Begleitung, so die Caritas. Daneben spielten weiterhin Themen wie Ehe und Familie, Schuldnerberatung, Rechtsberatung, Integration und Förderung der Frauen wie auch die körperliche und psychische Gesundheit eine Rolle,


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