Mehr als 13.000 Zuschauer Rekordsommer für die Meller Waldbühne

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Da hielt es das Publikum nicht mehr auf den Plätzen: Das Stück „Schlager lügen nicht“, entwickelte sich mit 7500 Zuschauern zum Schlager. Foto: Ricarda PlümersDa hielt es das Publikum nicht mehr auf den Plätzen: Das Stück „Schlager lügen nicht“, entwickelte sich mit 7500 Zuschauern zum Schlager. Foto: Ricarda Plümers

Melle. „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“, wollte Rudi Carrell einst wissen, setzte aber kein Fragezeichen hinter seinen Songtitel. Die Antwort lautet: 2018. Zum Glück für die Waldbühne Melle, die mit „Schlager lügen nicht“ ein Ausrufezeichen setzte: Die Komödie war das erfolgreichste Stück seit mehr als zehn Jahren.

Carrells 1975-er Hit war nur einer von vielen Kloppern, die das Publikum vom ersten Ton an lauthals mitsang. Das haben sie so auf der Waldbühne auch noch nicht erlebt, eine „Fiesta Mellicana“ ohne Beispiel. „Gleich zur Premiere 500 Zuschauer, dann brach das erst mal ein“, berichtet der Waldbühnen-Vorsitzende Herbert Zinnecker, „bis es sich rumgesprochen hatte.“

Im Fieber der Nacht

Als die immer noch so wichtige Mund-zu-Mund-Propaganda schließlich Fahrt aufnahm, sagte das Publikum in Massen „Ti amo“. 10 von 15 Vorstellungen waren ausverkauft. „Aber komplett. So, dass wir noch Stühle dazu gestellt haben.“ Durchschnittlich 500 Zuschauer wollten „Im Fieber der Nacht“ (Cindy & Bert) mitfeiern, kamen dazu gerne mit Perücke und im bunten Fummel, wie das Publikum beim Schlagermove in Hamburg.

Und so mancher hoffte gleich mehrfach, dass in der Reihe vor ihm ein schönes Mädchen saß. Zinnecker: „Das zog dann seine Kreise. Die Leute kamen aus Detmold, Herford, Minden, Vechta. Mancher zwei- oder dreimal.“ Lohn der Mühen: Über 7500 Zuschauer in 15 Vorstellungen.

„Das ganze Stück war harte Arbeit“

Und Mühen waren es, berichtet Ensemblemitglied Karin Michels, die für die Waldbühne häufiger im Einsatz war, als Howard Carpendale in der ZDF-Hitparade das R rollen durfte: „Das ganze Stück war harte Arbeit“. Drei Szenenbilder auf der engen Meller Bühne, zwei Dutzend Akteure davor, „da mussten Leute singen und tanzen, die noch nie gesungen und getanzt haben.“ Deshalb gab es diesmal eigens Workshops, aber die Hauptarbeit ist dann doch in den regulären Proben gelaufen.

Nach der Pause sind alle sitzen geblieben – klatschnass

Zahlen lügen nicht: Die Schlager-Sause entwickelte sich zum erfolgreichsten Abendstück seit mindestens 2007 – weiter reichen Zinneckers Aufzeichnungen nicht zurück. Und auch, wenn‘s endlich wieder „richtig Sommer“ war – einmal kam es doch nass vom Himmel herab. Michels: „Erst hat es geregnet, dann geschüttet. Aber nach der Pause sind alle sitzen geblieben. Klatschnass.“

„So was habe ich schon lange nicht mehr erlebt“

Mordskrawall gab es jeweils nachmittags auf der Waldbühne – im Hühnerstall nämlich. Das Besondere am diesjährigen Kinderstück – erstens: alle Rollen sind Tiere. Zweitens: das (junge) Publikum wird mit einbezogen. Muss als Wachhund bellen (Zinnecker lacht: „Manchmal hörten die gar nicht wieder auf“) oder durfte gar mitspielen. Hofhund, Mäuschen und Huhn wurden mit kleinen Zuschauern besetzt, die im laufenden Stück schnell verkleidet und geschminkt wurden. „Das kam natürlich richtig gut an“, sagt Zinnecker, der sich aber mehr Zuschauer gewünscht hätte. Ein mordsmäßiges Vergnügen war der Mordskrawall nämlich, „so was habe ich schon lange nicht mehr erlebt.“

Endlich, endlich war‘s mal wieder richtig Sommer

Aber an Pippi (zweimal in den vergangenen Jahren), Max und Moritz, am Räuber Hotzenplotz und selbst an Cinderella und dem Sams kommt ein Hühnerstall nun einmal nicht vorbei. Gut 5100 Zuschauer in 16 Vorstellungen reichen nur Platz sieben seit 2011.

Unter dem Strich aber eine tolle Saison mit fast 13000 Besuchern, dem Wettergott sei es gedankt, denn endlich, endlich war‘s mal wieder richtig Sommer.

Wann wird’s mal wieder richtig Winter?

Nun wünschen sich die Waldbühnenmacher, dass sich eine ebenso erfolgreiche Wintersaison anschließt. Die Proben zur vier-Personen-Tiefgang-Komödie „Die Niere“ sind bereits angelaufen. Und obwohl die meisten Meller den Blick wohl kaum schon gen Weihnachten richten dürften, wurden bereits an die 100 Karten für die vier Vorführungen abgesetzt. Apropos kalte Jahreszeit: „Schneeweißchen und Rosenrot“ steht für die Kinder auf dem Spielplan. Wann wird’s eigentlich mal wieder richtig Winter?


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