Damit Kinder eine Chance haben Mellerin reist als Entwicklungshelferin nach Paraguay

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Melle. Von Melle in die weite Welt: Als Entwicklungshelferin reist Nadja Niermann im November nach Paraguay.

„Hilfe zur Selbsthilfe, so möchte ich den Menschen vor Ort dienen. Oftmals sind Ressourcen bereits vorhanden und die Menschen sind motiviert und lernwillig, doch sie haben einfach nicht die Ausbildungschancen gehabt, die wir hier in Deutschland genießen“, sagt Nadja Niermann.

Schon ganz gespannt

Angefangen hat ihr Ausbildungsweg an der Berufsfachschule in Melle, wo sie sich schon für den Entwicklungsdienst interessiert. Die studierte Rehabilitationspädagogin und Erziehungswissenschaftlerin reist Mitte November als Entwicklungshelferin nach Paraguay aus, um dort Lehrkräfte im Bereich Sonder- und Heilpädagogik zu schulen und zu qualifizieren. Entsandt wird sie dazu von „Christliche Fachkräfte International“ (CFI), einem christlichen Entwicklungsdienst mit Sitz in Stuttgart, der sich die weltweite Entwicklungszusammenarbeit auf die Fahnen geschrieben hat.

Bei ihrer Tätigkeit ist Nadja auf die enge Zusammenarbeit mit dem lokalen Mitarbeiterteam angewiesen. Eingesetzt wird sie an einer Grund- und Sekundarschule der presbyterianischen Kirche vor Ort, die sich für Kinder mit wenig Zugang zu Bildung, darunter auch Kinder mit Behinderung, einsetzt. „Ich bin sehr gespannt darauf, eine neue Sprache und ein mir noch fremdes Land kennenlernen zu dürfen“, erklärt Nadja. Die Vorfreude ist ihr deutlich anzumerken. Neben einem einwöchigen CFI-Vorbereitungsseminar in Süddeutschland, das Nadja bereits absolviert hat, wird sie etwa acht Wochen lang in Seminaren an der „Akademie für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung“ (AIZ) in Bonn-Röttgen, auf ihren Einsatz vorbereitet. Dort trifft sie auf zahlreiche weitere Entwicklungshelfer, die wie sie in den kommenden Wochen und Monaten ihren Dienst im Ausland antreten werden.

Herausfordernd findet Nadja, in Zukunft das Integrationskonzept der Schule, das sowohl pädagogische Maßnahmen im Rahmen der Schulbildung als auch soziale Begleitmaßnahmen für die Familie der Schüler einschließt, gemeinsam mit ihren Kollegen so weiterzuentwickeln, dass das einheimische Team in seiner Fachkompetenz und in seiner Selbstständigkeit gestärkt wird und am Ende von Nadjas voraussichtlicher Einsatzzeit nach drei, maximal sechs Jahren das Gelernte selbst anwenden kann.

Dabei stehen an erster Stelle die Schulkinder, die von einer besseren Integration in die Schule und angepasste Bildungsmaßnahmen direkt profitieren sollen. Der Träger der Arbeit vor Ort, die Kirche „Iglesia Presbiteriana Reformada Ysapy“, hat es sich zum Auftrag gemacht, sich für die sozial Schwächeren in der Region einzusetzen und sieht die Schule und die Integration von Kindern mit Behinderung, die sonst wenig Chance auf eine adäquate Schulbildung gehabt hätten, als einen wichtigen diakonischen Dienst. Gemeinsam mit der Kirche, der Schulleitung und -Belegschaft wird Nadja die Maßnahmen und Konzepte zur Integration dieser Schüler vorantreiben und dabei vor allem den Lehrkräften mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ihre Funktion als Ausbilderin und Beraterin nimmt Nadja auch deshalb so ernst, weil sie dies als Aufgabe christlicher Nächstenliebe auffasst: „Jesus Christus selbst gibt uns in der Bibel ein Beispiel davon, was es bedeutet, sich um seinen Nächsten zu kümmern und ihn auf seinem Lebensweg zu begleiten – gerade die Kleinsten, die Schwächsten und die Ausgestoßenen waren ihm immer ein großes Anliegen. Nächstenliebe schließt den Glauben mit ein, hört aber dabei nicht auf, sondern hat spürbare, positive Auswirkungen in das Alltags-, Berufs- und Familienleben hinein – gelebter Glaube eben, der keine tote Theorie oder Theologie ist, sondern eine lebensverändernde Kraft, die sich im Alltag entfaltet und bewährt und die neue Zukunftsperspektive und Hoffnung schenkt.“


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