Mobil bezahlen, mobil bleiben Schnelles Aufladen an der Ladesäule in Melle

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Melle. Wer mit Strom fährt, muss sein Gefährt regelmäßig aufladen. Zuhause ist das kein Problem. Aber unterwegs? Redakteurin Kirsten Muck testet mit ihrem geliehenen E-Auto die Ladesäule an der Metank-Tankstelle in Gerden. Eine weitere öffentliche Säule gibt es am Maschweg bei der Firma Stein. Mehr nicht, im ganzen Stadtgebiet. Bis zum Jahresende will die Stadt deshalb drei weitere Ladestationen einrichten.

Eine Ladesäule auf unserem Redaktionsparkplatz, das wäre super, denke ich noch, als ich zum Auto gehe. Ich hätte noch genug Energie, um später wieder nach Hause zu fahren. Doch ich will das Aufladen an öffentlichen Ladesäulen testen. Ich fahre zur Tankstelle in Gerden, fünf Minuten Fahrtweg entfernt. Dort erklärt mir der Geschäftsführer der Tankstelle, Marc Stapenhorst, wie die Ladesäule funktioniert. „Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Sie Ihr Auto aufladen können: mit einer App von Intercharge oder per SMS“, sagt er. Ich versuche es mit der App. Aber das Installieren der App dauert mir zu lange. Also doch die SMS. Ich tippe die 841122 ein und dann den Code für die Zapfsäule „cte04“. Wir warten. Ein Autofahrer, der seinen Luftdruck kontrollieren will, schaut uns interessiert über die Schulter. Er wolle nur mal sehen, wie das funktioniert, sagt er.

Volltanken per SMS

„Bei Ihrem Mobilfunkanbieter muss natürlich das mobile Bezahlen freigeschaltet sein. Sonst funktioniert das nicht“, sagt Stapenhorst. Mein Handy ist ein Diensthandy. Ich habe meine Zweifel, ob ich damit mobil bezahlen kann. Per SMS kommt die Aufforderung, das Kabel einzustecken. Wieder tippe ich „cte04“ ein. Es bimmelt. Wider Erwarten gibt mir das Handy Bescheid, dass die Aufladung beginnt. Wir reden über E-Mobilität. Stapenhorst fährt zwar selbst kein E-Auto, kennt sich trotzdem gut aus. Schließlich steht er nicht zum ersten Mal an der Ladesäule und erklärt einem Kunden, wie er die Batterie aufladen kann. Die Säule werde gut angenommen, sagt er. Das wundert mich nicht. Es gibt ja auch nur diese und eine Weitere am Maschweg. Bei einem Füllstand von 87 Prozent beende ich die Ladung per SMS. 1,56 Euro kostet der Spaß. Ich fahre zurück in die Redaktion.

Fördertopf für E-Ladesäulen

Weil es momentan nur zwei E-Ladesäulen in Melle gibt, will die Stadt drei weitere Säulen an zentralen Orten in Betrieb nehmen. Am Bahnhof, auf dem Parkplatz bei Böckmann und am Grönegaubad sollen Fahrer mit E-Autos dann ihre Fahrzeuge aufladen können. Jede Ladesäule wird zwei Plätze mit einer Leistung von jeweils 22 kw haben.

„Die Verträge sind geschlossen. Die Arbeiten können losgehen“, antwortet Udo Jakobslüken, Klimaschutzmanager der Stadt, auf meine Frage nach weiteren Ladesäulen. Auf einen genauen Zeitplan will er sich allerdings nicht festnageln lassen. Nur ein „bis zum Ende des Jahres“ lässt er sich entlocken. Die Stadt werde die Säulen von Innogy pachten. Im Februar dieses Jahres hatten die Stadtverwaltung und Innogy ihren Willen bekräftigt, in Sachen E-Ladesäulen zu kooperieren. Außerdem hat die Stadt ein Förderprogramm auf den Weg gebracht. Damit kann jeder, der eine Ladesäule aufstellen möchte, einen Zuschuss von bis zu 4000 Euro bekommen. Voraussetzung: Die Ladesäule muss öffentlich zugänglich sein, jeder muss dort sein Auto aufladen können. 20000 Euro sind in diesem Fördertopf. „Da ist schon einiges an Interesse“, sagt der Klimaschutzmanager. Er ist zuversichtlich, dass im nächsten Jahr weitere E-Ladesäulen in Melle in Betrieb genommen werden.

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