Christian Meyer begrüßt Erdkabel BIs erhalten Rückenwind von den Grünen

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Schulterschluss im Bereich der Trasse in Wellingholzhausen: Christian Bräke, Alfred Reehuis, Frank Vornholt, Christian Meyer, Andreas Halbrügge, Martin Schürmeyer und Johannes Bartelt (von links) kämpfen für das Erdkabel. Foto: Simone GraweSchulterschluss im Bereich der Trasse in Wellingholzhausen: Christian Bräke, Alfred Reehuis, Frank Vornholt, Christian Meyer, Andreas Halbrügge, Martin Schürmeyer und Johannes Bartelt (von links) kämpfen für das Erdkabel. Foto: Simone Grawe

Melle. Die Bürgerinitiative (BI) „Keine 380-kV-Leitung am Teuto“ erhält in ihrem Kampf zur Verlegung eines Erdkabels weitere Rückendeckung. Der Vize-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Christian Meyer, sagte den Initiativen seine volle Unterstützung zu.

Zwei Tage nach dem Erörterungstermin zum Raumordnungsverfahren im Kreishaus war der frühere niedersächsische Landwirtschaftsminister der Einladung der heimischen BIs entlang der geplanten Stromtrasse gefolgt, um sich über den Sachstand und über neue Verlegungstechniken zu informieren.

Dabei bekannte sich Meyer eindeutig zur Erdkabelverlegung: „Ein umweltschonendes Verfahren, das Akzeptanz insbesondere bei den Landwirten schafft“, äußerte sich der Grünen-Abgeordnete mit Blick auf die AGS-Verfahrenstechnik zur Verlegung von Höchstspannungskabeln.

Geringer Flächenverbrauch

Erst vor wenigen Wochen war diese innovative Technik vom TÜV zertifiziert worden, berichtete in diesem Zusammenhang Werner Spiegel. Der Geschäftsführer der AGS-Verfahrenstechnik hat die Technik entscheidend mit entwickelt und stellte den Teilnehmern die Vorteile gegenüber einer Freileitung vor: „Ein geringerer Flächenverbrauch dank schmaler Trassen, umweltfreundlich, da unterirdisch verlegt und wirtschaftlich“, beschrieb Werner Spiegel die innovative Kabelverlegetechnik: „Es ist die technisch sinnvollste Variante, um das Übel so gering wie möglich zu halten und die den Landwirten eine akzeptanzfördernde Lösung bietet“, erklärte Spiegel.

Konkrete Angaben zu den Kosten wollte der Entwickler auf Nachfrage von Johannes Bartelt nicht machen. Langfristig überzeuge die Technik jedoch durch das einfache Verlegeverfahren, Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit. In Kooperation mit den Stadtwerken Stade konnte bundesweit die erste Pilot- und Teststrecke erfolgreich umgesetzt werden.

Eingabe im Landtag

Diese Technik wünschen sich die BI‘s auch beim Neubau der Höchstspannungsleitung von Wehrendorf bis Gütersloh: „Die Technik ist nicht das Problem. Es liegt allein an politischen Entscheidungen, um die zukunftsweisende Technik durchzusetzen“, untermauerte Frank Vornholt.

Er und seine Mitstreiter erneuerten gegenüber den Vertretern der Grünen ihre Kritik an Netzbetreiber Amprion. Deren Handeln sei „in keinster Wiese nachvollziehbar und in höchstem Maße verwunderlich“, monierte Vornholt mit Blick auf die Tatsache, dass Amprion nach einer fünfjährigen Planungsphase nunmehr Alternativstrecken ins Spiel bringe, so dass sich der ursprüngliche Trassenverlauf nicht realisieren lasse.

Technik blockieren?

Auch die Behauptung, dass die AGS-Verfahrenstechnik keine Marktreife besitze, sei nicht korrekt: „Man kann den Eindruck gewinnen, dass eine innovative Technik blockiert werden soll“, echauffierte sich der BI-Sprecher. Unterdessen liegen der BI mittlerweile 60 Einverständniserklärungen von land- und forstwirtschaftlichen Eigentümern vor, die ihre Fläche für eine Erdverkabelung zur Verfügung stellen möchten. Das sind nahezu alle entlang der Trasse.

Dass in Niedersachsen und in NRW zwei getrennte Verfahren laufen mit der Folge, dass jenseits der Landesgrenze bereits Fakten geschaffen worden sind, während in Niedersachsen noch das Raumordnungsverfahren läuft, ist ein weiterer Kritikpunkt. Auch dass in Wellingholzhausen weiterhin der 400 Meter Abstand zur Wohnbebauung unterschritten wird, monieren die BI‘s vehement.

Christian Meyer sicherte den BIs zu, bereits in der kommenden Woche das Thema Erdverkabelung im Landtag zu behandeln: „Eine spannende und interessante Technik“, stellte Meyer nach den Ausführungen von Werner Spiegel fest. Um das Erdkabel zu forcieren, wollen die Grünen den Landtag dazu bewegen, ein unabhängiges Gutachten einzufordern. Daneben wollen die Grünen beantragen, Experten zu dem Thema anzuhören. Mit einer Antwort könne in vier Wochen gerechnet werden.


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