„Geschichte von Gier und Gewalt“ Missio-Truck klärt in Melle über Fluchtursachen auf

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Neuenkirchen. Diese Ausstellung ist mobil: Der Misso-Truck, der über „Menschen auf der Flucht“ informiert, machte Halt in Neuenkirchen. Außer Schülern interessierte das aber nur eine Einwohnerin.

Die multimediale Ausstellung in dem Truck ist prinzipiell allen Interessierten zugänglich, auch wenn Birgit Konermann-Metz, Lehrerin der Wilhelm-Fredemann-Oberschule, die rollende Aufklärung zunächst einmal für ihre Neuntklässler einlädt.

So stand der Laster denn auch bereits zu siebten oder achten Mal vor der Schule. Im Truck informierte Frieda Kruse die Schüler, ihre offizielle Aufgabenbeschreibung lautet „Multiplikatorin“.

Währenddessen erläuterte in der Schule der Kongolese Christian Ndala, der in Deutschland promoviert hat, Zusammenhänge zwischen Wirtschaftsinteressen und dem Krieg im Kongo. Die Informationen, die er nannte, sind allerdings umstritten. Ob wirklich seit 1996 acht Millionen Tote zu beklagen sind, und das ausschließlich mit dem Kampf um Bodenschätze wie Coltan und nichts mit ethnischen Konflikten zu tun hat, dazu gibt es unterschiedliche Ansichten.

Film auf Youtube

Ndala schilderte in sehr eindringlicher Art und Weise, mit charmantem französischem Akzent, wie Kinder im Kongo in der Coltan-Förderung schuften müssen, während gleichzeitig viele Menschen im Westen glauben, dass sie jedes Jahr ein neues Handy brauchen, wofür wiederum das Erz Coltan benötigt wird: „Nach wie vor ist die Geschichte des Kongo eine Ausbeutungsgeschichte. Eine Geschichte von Gier und Gewalt“. Wer mehr über die Historie des ehemaligen Belgisch-Kongo und Zaire erfahren möchte: Ndala empfahl nachdrücklich die (hochgelobte) Dokumentation „Schatten über dem Kongo“, die es auf DVD oder auch YouTube zu sehen gibt.

Im November wird die Schule alte Handys einsammeln, um sie dem Recycling zuzuführen und das Coltan erneut verwenden zu können, kündigte Konermann-Metz an.

Derweil konnten die Oberschüler der drei neunten Klassen im Truck mithilfe von Hörbüchern, Filmen und Spielenin die Rolle junger Kongolesen schlüpfen, um so beispielhaft nachzuvollziehen, warum diese ihr Land verlassen.


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