Erfolg durch festen Willen Syrer fasst in Melle Fuß auf dem ersten Arbeitsmarkt

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Stein auf Stein für das berufliche Fortkommen in Deutschland setzt  Ali Kadalem. Beim Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt halfen (von links) Michael Kelka, Bereichsleiter der MaßArbeit, Tim Bleckmann, Niederlassungsleiter des Unternehmens Niemeier in Bruchmühlen, und Barbara Boßmann, Bisos. Foto: MaßArbeit / Stefan BuchholzStein auf Stein für das berufliche Fortkommen in Deutschland setzt Ali Kadalem. Beim Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt halfen (von links) Michael Kelka, Bereichsleiter der MaßArbeit, Tim Bleckmann, Niederlassungsleiter des Unternehmens Niemeier in Bruchmühlen, und Barbara Boßmann, Bisos. Foto: MaßArbeit / Stefan Buchholz

Bruchmühlen. Der Bürgerkrieg in seinem Heimatland hat die beruflichen Pläne von Ali Kadalem durchkreuzt. „Nach dem Abitur habe ich zwei Jahre Elektrotechnik in Homs studiert“, erzählte er in einer Arbeitspause. Als sich 2011 die Demonstrationen in Syrien zum Krieg ausweiteten, floh Kadalem nach Melle. Nun hat er einen Job in Bruchmühlen gefunden.

Zunächst in den Libanon, wo er fünf Jahre im Hochbau als Vorarbeiter arbeitete. „2015 bin ich dann über die Türkei nach Deutschland gekommen“, erzählt der junge Syrer.

Jobsuche in Melle

Es verschlug ihn zunächst nach Melle. Weil seine Qualifikationen in Deutschland nicht anerkannt wurden, versuchte er es im ersten Jahr mit der Jobsuche auf eigene Faust. „Das war nicht so erfolgreich, hat er uns später berichtet“, sagt Barbara Boßmann vom Bildungs- und Sozialwerk Osnabrück (Bisos) am Standort Melle. Michael Kelka, Bereichsleiter der MaßArbeit ergänzt: „Ihm waren immer zwei Dinge wichtig: eine gute Arbeit zu bekommen und seinen Lebensunterhalt selber zu bestreiten.“

Um Ali Kadalem auf den deutschen Arbeitsmarkt vorzubereiten, vermittelte die MaßArbeit ihn in eine Teilzeitqualifizierung beim Bisos. Dort ging es für ihn etwa um Einzelcoaching, Bewerbungstraining und das Ausloten von Berufschancen über Praktika. „Herr Kadalem hat begleitend noch vormittags einen Integrationskurs besucht, um seine Sprachkenntnisse auf das B1-Niveau zu heben und zusätzlich den Führerschein absolviert“, so Barbara Boßmann.

Erfolg mit Praktikum

Erfolg hatte Ali Kadalem dann bereits beim zweiten Praktikum im November letzten Jahres. Das begann er bei der Heinrich Niemeier GmbH & Co. KG in Bruchmühlen. Das Unternehmen produziert hochwertige Betonprodukte und ist einer der bekanntesten Anbieter von Sand und Kies sowie Betonprodukten aller Art in der Region.

„Unser Produktionsleiter hat schon schnell positive Signale gegeben, dass Herr Kadalem trotz mancher Sprachbarriere sehr motiviert ist“, schildert Niederlassungsleiter Tim Bleckmann die ersten Wochen. Auch Ali Kadalem war von seinem neuen Arbeitgeber begeistert und unterschrieb schnell einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

In der Qualitätskontrolle eingesetzt

Eingesetzt ist er derzeit in der Qualitätskontrolle. Verlassen die produzierten Betonsteine die sogenannte Trockenseite bei Niemeier, müssen sie per Augenschein und Hand auf mögliche Fehler untersucht werden. Eine wichtige Aufgabe, weil sich so mögliche Maschinenfehler eher korrigieren lassen.

Langfristig kann sich Ali Kadalem bei Niemeier weiter qualifizieren. Man sei in der Produktion so aufgestellt, dass jeder alles machen kann, erläutert Bleckmann. Ali Kadalem hat vor zu bleiben. Nicht nur bei Niemeier. „Ich will Deutscher werden“, antwortet er auf die Frage, wo er sich in zehn Jahren sieht.


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