Therapie auf dem Pferderücken Schüler aus Japan zu Gast auf Meller Hof Warner

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Schüler und Lehrkräfte der Völker-Schule Osnabrück und des japanischen Century College informierten sich auf dem Hof Warner über die therapeutische Arbeit mit dem Pferd. Foto: Petra RopersSchüler und Lehrkräfte der Völker-Schule Osnabrück und des japanischen Century College informierten sich auf dem Hof Warner über die therapeutische Arbeit mit dem Pferd. Foto: Petra Ropers

Gesmold. Weitgereisten Besuch erhielt jetzt der Hof Warner in Gesmold: Schüler und Lehrer der Völker-Schule in Osnabrück und ihrer Partnerschule im japanischen Kanasawa informierten sich auf dem Hof über das breite Spektrum des therapeutischen Reitens.

Seit 2003 pflegt die Völker-Schule die Kooperation und den regelmäßigen Austausch mit dem Century College in Kanasawa. „Beide Schulen bieten die Ausbildung zum Ergotherapeuten und zum Physiotherapeuten an. Und die Ausbildungsinhalte ähneln sich“, begründete Dietmar Schubert, Ärztlicher Ausbildungsleiter an der Völker-Schule, die Partnerschaft. Der jährliche Austausch brachte nun fünf Tage lang neun Schüler und vier Lehrkräfte aus Japan in die Region.

Informatives Programm

Für sie stellte die Völker-Schule ein ebenso unterhaltsames wie informatives Programm zusammen. Und das brachte Gäste und Gastgeber auch nach Gesmold zum Hof Warner. „Der Stellenwert des therapeutischen Reitens in Deutschland wächst“, erfuhren sie dort von Leiterin Bettina Warner. Die Bedeutung der tiergestützten Therapie für vielfältige Einsatzgebiete finde immer höhere Anerkennung. In Japan steckt die therapeutische Arbeit mit dem Pferd dagegen noch in der Entwicklungsphase.

Für Dietmar Schubert liegt der Grund nicht zuletzt in den Gegebenheiten vor Ort: „Es gibt einfach deutlich weniger Pferde in Japan.“ Es fehlt an Fläche und damit auch an Weiden, weshalb der Reitsport und der Kontakt zum Pferd weit weniger verbreitet sind als hierzulande. Das Century College jedoch hat die Arbeit mit dem Pferd in den Blick genommen und verfügt seit zwei Jahren über ein eigenes Therapiepferd. Entsprechend groß war das Interesse am breiten Angebot des Hofes Warner.

„Bar-Huf-Parcours“

Dabei blieb es für die Schüler aus Kanasawa nicht bei der Theorie. Ganz praktisch trainierten sie, wie sich etwa ein Patient aus dem Rollstuhl auf das Pferd heben lässt. Sie machten im Longenzirkel Bewegungserfahrungen auf dem Pferderücken, trainierten im Geschicklichkeitsparcours die Hand-Auge-Koordination zu Pferd und ließen sich über den „Bar-Huf-Parcours“ führen. „Das hat Spaß gemacht“, befanden die Austauschschüler. „Mit einem Lebewesen zu arbeiten hat einen sozialen Faktor.“

Masamitsu Yano, Leiter der Physiotherapie am Century College, zeigte sich beeindruckt von den Örtlichkeiten. „Wir werden diese Erfahrung mit nach Japan nehmen.“ Dort sollen die gesammelten Daten und Erkenntnisse ausgewertet werden und die Ergebnisse in die eigene Arbeit einfließen. In den Blick nimmt das College dabei nach Aussage Masamitsus auch die physio- und ergotherapeutische Arbeit mit älteren Menschen.

Daneben widmen sich die Schüler und Lehrkräfte beider Schulen jedoch auch dem Sport: Gemeinsam unterstützen sie im Jahre 2020 die Paralympics in Tokio.


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