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„Blumiges Melle“ ausgezeichnet Blühwiese in Melle ist Deutschlands Naturwunder 2018

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Ritterschlag für das Projekt „Blumiges Melle“: Projektleiter Kai Behncke (links) fand in Volker Wiesehahn einen Unterstützer für das Insektenschutzprojekt, das jetzt mit dem Titel „Naturwunder Deutschland 2018“ausgezeichnet wurde. Zu den „Rasenmähern“ gehören Zwergziege Cindy und Pony Nika. Foto: Henning Müller-Detert/LandkreisRitterschlag für das Projekt „Blumiges Melle“: Projektleiter Kai Behncke (links) fand in Volker Wiesehahn einen Unterstützer für das Insektenschutzprojekt, das jetzt mit dem Titel „Naturwunder Deutschland 2018“ausgezeichnet wurde. Zu den „Rasenmähern“ gehören Zwergziege Cindy und Pony Nika. Foto: Henning Müller-Detert/Landkreis

Melle. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Das Projekt „Blumiges Melle“ hat sich knapp gegen die Saarschleife durchgesetzt und ist damit das „Naturwunder Deutschland 2018“.

Knapp 20000 Teilnehmer haben zu Deutschlands Naturwunder online abgestimmt, wobei der Natur- und Geopark Terra Vita mit dem Projekt „Gnadenhof-Blühwiese Blumiges Melle“ mit über 37 Prozent der insgesamt 19872 Stimmen zu Deutschlands Naturwunder 2018 gewählt wurde.

„Das ist der Wahnsinn“

„Das ist der Wahnsinn, wir sind völlig begeistert“, äußerte sich Initiator Kai Behncke am Montag im Gespräch mit dem Meller Kreisblatt. Gemeinsam mit Europarc Deutschland hatte die Heinz Sielmann Stiftung zur Wahl des Naturwunders aufgerufen. Die Abstimmung stand unter dem Motto „Letzte Refugien für bedrohte Insekten“. Auf Platz zwei lag mit 31,73 Prozent der Stimmen das Nationale Geotop Saarschleife im Naturpark Saar-Hunsrück.

„Wir sind überglücklich für diese Anerkennung. Der Naturpark Terra Vita besitzt eine herausragende Bedeutung für die Region. Es zeigt, dass wir Menschen wirklich etwas für den Schutz der Insekten leisten und bei entsprechender Planung einen positiven Einfluss auf Naturlandschaften nehmen können“, erklärte Kai Bencke. Er bewertete den ersten Preis zudem als tolle Imagewerbung für Melle, denn durch diese Auszeichnung werde die Stadt bundesweite Beachtung finden.

Landrat gratuliert

Landrat Michael Lübbersmann sprach den Preisträgern die herzlichsten Glückwünsche aus: „Deutschlands schönstes Naturwunder 2018 im Landkreis Osnabrück, ein überragendes Ergebnis. Herzlichen Glückwunsch. Dank des außerordentlichen Engagements aller Projektbeteiligten konnte dieses tolle Projekt zu dem sehr akuten Thema der Gefährdung unserer Insekten umgesetzt werden. Nie waren unsere heimischen Insekten bedrohter als heute. Ich hoffe, dass diese Auszeichnung auch dazu beiträgt, die Problematik und Bedeutung noch bekannter zu machen und weitere Projekte und Blühwiesen entstehen zu lassen“, betonte der Landrat. Sein Dank galt auch der Heinz Sielmann Stiftung und Europarc Deutschland, die dieses Thema mit der Naturwunderwahl verstärkt in die öffentliche Aufmerksamkeit gebracht hätten.

Mehrjähriges Projekt

Die Blumenwiese ist Teil des Projektes „Blumiges Melle“ im Osnabrücker Land. Ziel ist es, auf mehrjährigen Blühwiesen Nahrungs- und Überwinterungshilfen für Insekten zu schaffen. Die Gruppe „gUG Umweltschutz und Lebenshilfe“ startete das Projekt im Jahr 2017. Seitdem haben sich dem Projektleiter Kai Behncke viele Unterstützer angeschlossen. Er hatte den Eigentümer der Wiese, Volker Wieshahn, auf das Insektenschutz-Projekt angesprochen. Begeistert stellte dieser die Fläche zur Verfügung.

Unterstützung kam auch vom Natur- und Geopark und der Grundschule Westerhausen. Gemeinsam wurde die 600 Quadratmeter große Wiese in eine blütenreiche Landschaft verwandelt. Um die anschließende Pflege der Wiese kümmern sich die vierbeinigen Rasenmäher des Gnadenhofs Brödel. Statt schwerer Maschinen halten Ziegen und Ponys in Rente die Wiese in Schuss. „Die Auszeichnung als Deutschlands Naturwunder 2018 ist ein Ritterschlag für alle Beteiligten“, resümierte Kai Behnke.

Hotspots der biologischen Vielfalt

„Vor dem Hintergrund des Insektensterbens und dem Verlust der biologischen Vielfalt zählt jede gute Tat. Das Projekt hat Vorbildcharakter für andere Gemeinden und wird von uns klar zur Nachahmung empfohlen“, freute sich Michael Beier, geschäftsführender Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung.

Und Guido Puhlmann, Vorsitzender von Europarc Deutschland, fügte hinzu: „Die nationalen Naturlandschaften sind die wertvollsten Landschaften Deutschlands. Sie sind Hotspots der biologischen Vielfalt. Nicht einzelne Arten stehen im Fokus, sondern die Diversität ganzer Ökosysteme inklusive der Menschen, die in ihnen leben, arbeiten und die Natur genießen. Der Natur- und Geopark Terra Vita hat mit dem Projekt bewiesen, dass Naturschutz wirkt, wenn sich viele engagierte Menschen zusammenschließen.“


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