Naturalistische Darstellung Kunstverein Melle zeigt „Im Licht ist der Schatten tiefer“

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ckel Melle Am Sonntag lud der Kunstverein Melle zur Vernissage des Münsteraner Künstlers Thomas Prautsch ein. Diese Veranstaltung eröffnete die Ausstellung „Im Licht ist der Schatten tiefer“, auf der noch bis zum 7. Oktober die Werke des Malers zu sehen sind.

Der erste Eindruck der Bilder ist leuchtend: Selbst dunkle Szenen werden durch die gekonnte Darstellung des Lichtes belebt.

Hauptthema: Licht

Zu Beginn begrüßte Barbara Manke, die erste Vorsitzende des Kunstvereins Melle, die Anwesenden. Sie freue sich, dass nun die Sommerpause vorbei sei und die zweite Jahressaison beginne. Mit Thomas Prautsch habe man einen beeindruckenden Künstler für eine Ausstellung gewinnen können.

Die Einführung begann der Münsteraner Kunsthistoriker Stephan Trescher mit dem Hauptthema der Ausstellung: Licht. Das Licht sei weit und welche Stadt passe da besser als Paris, die Stadt der Lichter. Thomas Prautsch habe etliche Bilder der französischen Hauptstadt gemalt. Die Motive dabei zumeist aus einer erhöhten Position dargestellt und nur selten wähle er klassische Touristenattraktionen als Motiv.

In seinen Werken seien Licht und Farbe perfekt austariert. Seine Bilder wirkten geradezu naturalistisch. „Schaut man sich die Bilder aber von Nahem an, kann man nur unterschiedlich breite Pinselstriche erkennen, durch die ein reliefartiger Effekt erzielt wird.“ Die gesamte malerische Komposition zeuge von einer großen Akribie und einem hohen Detailreichtum.

Zugleich sei die Pinselführung jedoch großzügig, so dass die naturalistische Darstellung erst auf eine gewisse Entfernung zu sehen sei. „Die Bilder des Hamburger Hafens bei Nacht werden nur mit einer begrenzten Farbpalette, vor allem in weiß, dunklem Schiefer und blaugrau, gemalt. Doch die gemalten Lichter in weiß, gelb bis hin zu Kupfertönen machen das Bild zum Spektakel.“

Zeit für Werke

Ein wiederkehrendes Motiv bei Thomas Prautsch sei das Feuer. Dieses werde mit großer Intensität dargestellt. Zugleich zeigten diese Bilder Wärme und das bedrohliche Zerstörungspotenzial der Flammen. Eine Orgie in schwarz, rot und gelb. Selbst bei den Flämmchen in Postkartengröße habe man Angst sich die Finger zu verbrennen, bemerkte der Kunsthistoriker.

Thomas Prautsch nutze in seinen Werken nicht nur das klassische Medium der Ölfarbe, sondern verwende durch die Art und Weise seiner Malerei das Licht selbst als malerisches Mittel. Dadurch entständen eindrucksvolle Gemälde, in denen er das Licht malerisch erforsche. Dabei wirke das gemalte Licht nie aufklärend. Es verfremde das Dargestellte, das sich scheinbar in den Farbstrukturen verflüchtigt und den suchenden Blick in die Tiefe der virtuosen Bildwelten locke.

Diesen Effekt erreiche Thomas Prautsch durch einen oft mehrschichtigen, pastosen Farbauftrag, den er im künstlerischen Prozess, teils gezielt bis auf die Leinwand wieder abtrage. Das Licht so mit malerischen Mitteln ins Bild zu packen, grenze an Zauberei, begeisterte sich Stephan Trescher.

Thomas Prautsch erklärte, dass er seine Motive zufällig finde, auf Reisen oder zu Hause in Münster. Bis er ein Bild fertiggestellt habe, könne auch schon mal ein Jahr vergehen. Er nehme sich Zeit für seine Werke.

Die eindrucksvolle Ausstellung kann samstags von 15 Uhr bis 18 Uhr und sonntags von 11 Uhr bis 18 Uhr besucht werden.


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