Sea-Eye: Menschenfischer Christian Eckert berichtet in Melle von Seenotrettungen

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Zu Gast in Melle war Christian Eckert und berichtete vons einen Erfahrungen in der Seenotrettung für die Hilfsorganisation Sea-Eye. Foto: WaldorfschuleZu Gast in Melle war Christian Eckert und berichtete vons einen Erfahrungen in der Seenotrettung für die Hilfsorganisation Sea-Eye. Foto: Waldorfschule

Melle In der Freien Waldorfschule berichtete Christian Eckert von der Hilfsorganisation Sea-Eye auf beeindruckende Art und Weise über seine Erfahrungen in der Seenotreetung. Das Gesagte hinterließ nachhaltige Eindrücke.

140 Menschen, zusammengepfercht auf einem Schlauchboot ohne ausreichend Wasser und Kraftstoff, treiben auf dem Mittelmeer Richtung Italien. Sie haben keine Ahnung davon, wie groß dieses Meer überhaupt ist. Fast keins der Boote verfügt über eine Navigation, berichtete Eckert den Zuhörern.

Aber der Schlepper, der pro Boot mehr als 100.000 Euro verdient weiß, dass der Treibstoff nicht ausreichen wird und dass die Flüchtenden keine Chance haben, die rettende Küste zu erreichen.

Sie haben nur dann die Möglichkeit, diesen Teil ihrer weiten Reise zu überleben, wenn sie von Rettungsschiffen ausgespäht werden. Diese Schiffe nehmen sie dann je nach Größe an Bord oder warten bei den zuweilen mehreren Hundert Menschen auf dem Meer, bis ein geeignetes Boot kommt und sie aufnimmt. Eines, dass mit freiwilligen Rettern wie Eckert besetzt ist.

Die Freiwilligen müssen anschließend die Rettungswesten säubern, zum Trocknen aufhängen und das Schiff für den nächsten Einsatz vorbereiten.

Manchmal passiert tagelang nichts

Manchmal passiert auf See tagelang nichts, dann wieder ist das Schlauchboot der Sea-Eye plötzlich von bis zu zehn Schlauchbooten mit Flüchtenden umringt.

Alle arbeiten freiwillig in der zivilen Seenotrettung. Und bringen den Mut auf, sich den Gefahren auszusetzen, die mit solcher Art von Einsätzen verbunden sind.

Jede Mission dauert zwei Wochen, erfuhren die Zuhörer. Danach kehrt das Boot in den Hafen von Malta zurück, die Crew wird ausgetauscht, notwendige Reparaturen werden ausgeführt und neuer Proviant an Bord genommen.

Im vergangenen Jahr haben sich aus politischen Gründen die Bedingungen für die zivile Seenotrettung so weit verschlechtert, dass eine Zusammenarbeit mit offiziellen Stellen so gut wie unmöglich geworden ist, schilderte der Redner. Schiffe werden beschlagnahmt, Flaggen aberkannt, Crewmitglieder inhaftiert und Kapitäne angeklagt.

Aber die Leute von Sea-Eye e.V. in Köln geben nicht auf. Zurzeit würden vermehrt Spenden eingeworben, um ein neues Schiff kaufen oder chartern zu können, damit im nächsten Frühjahr die ersten Einsätze wieder gefahren werden können, zeigte sich Eckert weiter motiviert.


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