Keine Kirmes im Meller Stadtteil Aus für Kirmes: Gibt es ein Dorffest für Wellingholzhausen?

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Die Kirmes in Wellingholzhausen ist Geschichte. Foto: Stadtverwaltung MelleDie Kirmes in Wellingholzhausen ist Geschichte. Foto: Stadtverwaltung Melle

Wellingholzhausen Aus und vorbei: Die Kirmes in Wellingholzhausen ist Geschichte, zu wenig Besucher. Was die Wellinger dazu sagen, ob das endgültig ist und welche neue Veranstaltung der Ortsrat plant, verrät Ortsbürgermeister Bernd Gieshoidt im Drei-Fragen-Interview.

Herr Gieshoidt, welche Reaktionen haben sie zum Kirmes-Aus bekommen?

Gar nicht mal so viele, da hatte ich mehr Widerstand befürchtet. Viele, mit denen ich gesprochen habe, bedauern das, da geht es aber eher um Kindheitserinnerungen. In den letzten Jahren war einfach nichts mehr los und wir können ja keine Kirmes für 100 Leute machen. Wir wollten gegensteuern, aber wenn das immer weniger wird, bekommt man keine vernünftigen Fahrgeschäfte und Beschicker mehr. Und wenn da alle 50 Meter eine Bude steht, ist das kein schönes Bild.

Zuletzt haben wir durch die Konzentration um die Kirche versucht, einen Treff für die Bürger anzubieten, aber das wurde auch nicht angenommen. Da fehlte den Leuten die Möglichkeit, mal da durch zu flanieren. Irgendwann lässt sich dann nicht mehr rechtfertigen, die Ortsdurchfahrt zu sperren. Hinzu kommt die Arbeit im Bürgerbüro, der Aufwand ist ja derselbe. Und das Standgeld mussten wir so weit reduzieren, da waren wir schon im Minus. Also, viel Negatives habe ich nicht gehört. Die meisten haben gesagt: schade – aber ich war ja auch nicht da.

Wie war das denn in Ihrer Kindheit?

Ganz früher reichte die Kirmes noch vom heutigen Neukauf, das war früher ein Platz, da war auch schon was aufgebaut, bis zum Gasthof Schrage. Ich kenne die Kirmes aber eher von der Apotheke bis Schrage, so Ende der 80-er. Da war das immer ein schönes Fest. Wobei ich natürlich als kleiner Dötz jetzt nicht am Samstagabend da war. Aber das Angebot war schon größer, früher gab es noch Ponyreiten und alles.

Bernd GieshoidtFoto: Anja Sünderhuse

Und nun ist endgültig Schicht im Schacht?

Die Beschicker hätten sogar noch weitergemacht, aber die werden sich nun etwas anderes suchen und dann sind wir völlig raus. Insofern sehe ich nicht, dass das irgendwann wieder auflebt.

Kirmes wird es also nicht mehr geben, aber wir wollen etwas anderes machen. Ein Dorffest, daran feilen wir gerade. Wir wollen durchaus schon im nächsten Jahr ein Musikfest im Bürgerpark ausrichten. Oder, wenn da gebaut werden sollte, auf dem Kirchplatz. Da könnte zum Beispiel die Heimatkapelle spielen oder Bands wie Red Hot. Dazu könnte man Cocktails anbieten. Und wir wollen die Vereine beteiligen. Das Ganze wird aber mit Sicherheit an einem anderen Termin stattfinden. Nicht mehr Mitte Juli, allerdings schon im Sommer.

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