Initiativen bleiben am Ball Stromtrasse: 50 Eigentümer bieten Flächen für Erdkabel an

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Geben sich kämpferisch, um die Forderung nach einem Erdkabel beim Neubau der Stromtrasse durchzusetzen: Andreas Halbrügge (links) und Frank Vornholt. Archivfoto: Simone GraweGeben sich kämpferisch, um die Forderung nach einem Erdkabel beim Neubau der Stromtrasse durchzusetzen: Andreas Halbrügge (links) und Frank Vornholt. Archivfoto: Simone Grawe

Melle. Die Bürgerinitiative (BI) „Keine 380-kV-Leitung am Teuto“ kämpft im Zuge des Neubaus der Höchstspannungsleitung von Wehrendorf bis Gütersloh vehement auf verschiedenen Ebenen weiter, um ihre Interessen zur Verlegung eines Erdkabels durchzusetzen.

Melle Nach den Plänen von Netzbetreiber Amprion ist bis auf die Einführung in die Umspannanlage in Lüstringen in allen anderen Bereich der Bau einer Freileitung geplant. Diese Pläne, die Amprion im März vorgelegt hatte, sind bei den Bürgerinitiativen, beim Landkreis und in den betroffenen Kommunen auf heftige Kritik gestoßen.

Kritik an Amprion

Das Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg musste aufgrund der geänderten Gesetzeslage zur Ausweisung als Pilotstrecke für Erdverkabelung erneut ein Raumordnungsverfahren für die Strecke einleiten. Die Frist zur Abgabe von Eingaben ist inzwischen abgelaufen. Am kommenden Mittwoch gibt es erneut einen Erörterungstermin, bei dem die betroffenen Kommunen sowie Verbände und Bürgerinitiativen erneut ihre Bedenken vorbringen können. Rund 60 verschiedene Institutionen werden vertreten sein, darunter auch die Initiativensprecher Frank Vornholt aus Wellingholzhausen und Christian Bräke aus Bissendorf.

„Position bekräftigen“

„Wir werden unsere Position einmal mehr bekräftigen, unter anderem, dass der Untersuchungsraum zu klein und Mindestabstände zur Wohnbebauung nicht beachtet werden“, äußert sich Frank Vornholt im Vorfeld. Nach seiner Meinung bietet sich für die Behörde aus Oldenburg erneut die Möglichkeit, Amprion die Grenzen aufzuzeigen und deutlich zu machen, wer Herr des Verfahrens sei und klare Rahmenbedingungen für das weitere Verfahren zu setzen sowie Nachbesserungen einzufordern: „Wir hoffen, dass diese Chance auch genutzt wird“, betont Vornholt. Er und seine Mitstreiter kritisieren, dass genau das eingetroffen ist, was die BI‘s schon vor fünf Jahren moniert haben. Dass nämlich in Niedersachsen und in NRW zwei getrennte Verfahren laufen mit der Folge, dass jenseits der Landesgrenze bereits Fakten geschaffen worden seien, während in Niedersachsen noch das Raumordnungsverfahren läuft.

So sind Vertreter von Amprion bereits bei Grundstückseigentümern im Grenzgebiet von Wellingholzhausen und Borgholzhausen gewesen, um Flächen für eine Kabelübergabestation abzukaufen oder sich entsprechende Rechte zu sichern, berichtet Frank Vornholt: „Damit wird ein Zwangspunkt festgelegt, was eine objektive und ergebnisoffene Prüfung von vornherein ausschließt“.

Unterdessen liegen der Bürgerinitiative inzwischen 50 Einverständniserklärungen von land- und forstwirtschaftlichen Grundstückseigentümern vor, die ihre Fläche für eine Erdkabelverlegung zur Verfügung stellen möchten. Das hat die BI vor Kurzem bei einem Treffen in Cloppenburg auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mitgeteilt. Auf seiner Rundreise zum Netzausbau hatte sich Altmaier über die Pläne im Osnabrücker Land informiert. Die BI‘s haben darauf hingewiesen, das sich wegen der hohen Bevölkerungsdichte und der gewachsenen Siedlungsstruktur im Osnabrücker Land ein beschleunigter Netzausbau nur mit einer Erdverkabelung realisieren lasse.

Dass für die Bereiche Wellingholzhausen, Borgloh und Bissendorf 50 Unterschriften von Eigentümern vorliegen, die ihre Fläche für eine Erdverkabelung zur Verfügung stellen, stellt für Frank Vornholt „eindrucksvoll die Solidarität und Geschlossenheit der Region unter Beweis“. Dass die Eigentümer angemessen entschädigt werden müssten, sei selbstverständlich.


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