Plausch mit Diskuswerfer Harting SCM-Läuferin Sprenger besucht EM in Berlin

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Melle Für abgehobene Ziele ist Marieke Sprenger nicht zu haben. Und doch genießt die Läuferin des SC Melle gerade eine spannende Phase ihrer jungen Karriere. Bei ihrer DM-Premiere wurde die Leichtathletin 16. über 3000 Meter. Und bei der EM in Berlin hat sie als Teilnehmerin eines DLV-Camps alle Wettbewerbe im Stadion verfolgt. Dabei hat die 16-Jährige Stars wie Robert Harting getroffen.

Nach der im Vorjahr hauchdünn verpassten DM-Qualifikation hat es in diesem Jahr geklappt: Marieke Sprenger unterbot die Norm beim Meeting in Osterode im Juni deutlich und stellte in 10:44,83 Minuten eine neue persönliche Bestzeit über die 3000 Meter auf. Bei der deutschen Jugendmeisterschaft Ende Juli in Rostock waren die Verhältnisse schwierig. Die Grönegauerin, die in diesem Jahr erstmals in der Altersklasse U18 startet, kämpfte sich bei 32 Grad im Schatten und starkem Wind in 10:58 Minuten als 16. über die Ziellinie.

„Die Zeit war nicht ganz so toll, ich war im Vorfeld ja 14 Sekunden schneller gelaufen. Natürlich will man zum Saisonhöhepunkt auch seine Saisonbestleistung bringen. Ich hoffe, mich 2019 wieder für die DM zu qualifizieren und dann ein bisschen schneller zu laufen“, formuliert die Elftklässlerin des Gymnasiums Melle den Ansporn fürs kommende Jahr.

Doch sie ist immer noch erfüllt von ihrer DM-Premiere. „Ich war sehr aufgeregt, als wir Starter auf die Laufbahn geführt wurden. Die Spikes wurden kontrolliert, wir mussten alle elektronischen Geräte abgeben. Beim Laufen war die Nervosität dann verschwunden, da war ich voll fokussiert.“

Nach Tanz und Rope-Skipping im SCM kam Sprenger vor knapp zehn Jahren zur Leichtathletik. In der Gruppe von Ute Peperkorn wurden zunächst Grundlagen trainiert. „Aber ich merkte früh, dass mein Herz dem Laufen gehört.“ Sie nahm bald an ersten Laufwettkämpfen, an Crossläufen und dem Meller Stadtlauf teil, den sie auch dieses Jahr wieder absolvieren will. Vor drei Jahren erfolgte die Spezialisierung. In diesem Jahr konzentriert sich Sprenger unter Trainer Rene Romdane-Hebbe auf die 3000 Meter. „Diese Distanz macht viel Spaß. Für die 800 Meter fehlt mir die Grundschnelligkeit.“

Die Gymnasiastin weiß, was sie kann und was sie will. Für sie ist klar, dass sie nicht voll auf die Karte Sport setzen wird. „Internationale Wettkämpfe sind für mich utopisch, da müsste ich deutlich schneller laufen. Deutsche Meisterschaften sind ein realistisches Ziel, und da möchte ich bitte nicht Letzte werden. Ich muss mich wohlfühlen, sonst habe ich nicht die Motivation zu trainieren. Und dann kann ich keine Leistung bringen“, erklärt sie ihren Ansatz.

Trotz vier bis fünf Trainingseinheiten pro Woche findet das Talent neben der Schule noch Zeit für andere Beschäftigungen. So spielt die 16-Jährige Klarinette, auch in der Bläsergruppe des Gymnasiums. Marieke hilft in der Schulmensa und hütet Kinder von Nachbarn. Bis Ende 2017 gehörte sie zum Ensemble der Waldbühne. Aber das Engagement ließ sich immer schlechter mit dem Sport vereinbaren, jetzt ist das Sportass als Zuschauerin auf der Waldbühne.

Marieke ist ein Familienmensch. Da trifft es sich gut, dass auch Schwester Maybrit sowie die Eltern Olaf und Stefanie sportlich unterwegs sind. Ihre laufbegeisterten Eltern leiteten zuletzt einen Halbmarathonkurs beim SCM, an dem auch die Tochter teilnahm. Zum Kursabschluss absolvierte sie mit ihrem Vater erstmals einen Halbmarathon in Löningen und kam nach 1:40:09 Stunden als siebte Frau ins Ziel. Damit steht sie in ihrer Klasse auf dem ersten Platz der Landesbestenliste. Der Halbmarathon war ein netter Exkurs für die Mittelstreckenläuferin, die mit ihren Eltern auch mal vor der Haustür in den Meller Bergen läuft.

Anlässlich der Leichtathletik-EM in Berlin konnte Sprenger gemeinsam mit anderen Teilnehmern des Jugendlagers des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mit deutschen Topathleten sprechen. „Der Moment mit Diskuswerfer Robert Harting war besonders. Mir imponiert, wie er trotz Verletzungen und Rückschlägen zurückgekommen ist und jetzt in seinem Wohnzimmer, wie er das Berliner Olympiastadion nennt, seinen Abschied gefeiert hat.“

Die Jugendlichen befragten auch Speerwerfer Andreas Hofmann, Zehnkämpfer Niklas Kaul und Weitspringer Fabian Heinle. „Alle Stars haben uns mitgegeben zu kämpfen, auch wenn es sportlich mal nicht so gut läuft. Wir sollen neben dem Sport unbedingt unsere Bildung vorantreiben.“ Das deckt sich mit Sprengers Überzeugungen, die sich vorstellen kann, später Medizin zu studieren.


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