Regenflut im Keller? Initiative in Melle-Buer beugt Starkregenschäden vor

Von Conny Rutsch

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Eine Grünlandmischung säte Landwirt Rainer Heitkamp auf sein Feld, angeregt von Arend Holzgräfe und begrüßt von Anlieger Fritz Ellberg (von links). Foto: Conny RutschEine Grünlandmischung säte Landwirt Rainer Heitkamp auf sein Feld, angeregt von Arend Holzgräfe und begrüßt von Anlieger Fritz Ellberg (von links). Foto: Conny Rutsch

Buer. Ernteeinbußen? Für den Bueraner Landwirt Rainer Heitkamp kein Thema. Allerdings ist hier nicht von der Folge der Trockenheit die Rede, sondern von seiner privaten Initiative, einige seiner Feldnachbarn vor Schlamm in ihren Kellern und Carports zu bewahren.

Die Idee, die Äcker von Abschwemmungen zu schützen, ist eigentlich ganz einfach. Arend Holzgräfe, ehemals ebenfalls Landwirt aus Meesdorf, machte in privater Runde Kollegen darauf aufmerksam, dass sie sich für einen Hochwasserschutz im weitesten Sinn engagieren könnten.

Pflanzen halten Erdkrume

„Das hat geklappt“, sagt der Initiator. Er holte zunächst einmal Rainer Heitkamp mit in sein Ideenboot, der ein Feld mitten in Buer als Pächter landwirtschaftlich nutzt. Das Feld grenzt mit der westlichen Schmalseite an die Barkhausener Straße, und erstreckt sich in östlicher Richtung zwischen dem alten Sportplatz und der Lauensteinstraße. Nach Starkregen schwemmt das Feld mit seiner beträchtlichen Hanglage nach Osten hin regelmäßig ab. Wertvoller Mutterboden landet in den Carports und Kellern der Anlieger.

Rainer Heitkamp fackelte nicht lange und säte in einen Streifen am östlichen Ende und entlang der südlichen Längsseite einen Streifen mit einer Dauergrünlandmischung und Klee ein, immerhin eine Fläche von 2000 Quadratmetern. „Diese Pflanzen werden jedes Jahr wieder keimen und die Erdkrume festhalten“, betont er. Die Erde wird nicht in die Kanalisation abgeschwemmt und landet auch nicht jenseits der Straße auf den anliegenden Grundstücken. „Es gibt zwar keine hundertprozentige Sicherheit, weil Wasser eben immer bergab fließt, aber die Schäden können beherrschbar bleiben“, sagt Arend Holzgräfe.

Wasser fließt talwärts

Die Interesse der Anwohner vertritt beim Ortstermin Fritz Ellberg in Vertretung für seinen Nachbarn Ralf Scholle. Er macht noch zusätzlich darauf aufmerksam, dass die Stadt zwar die Reinigung der Gullis in der Umgebung vorgenommen habe. Der Gulli direkt am Feld fast unter einer Hecke gelegen, sei aber wohl vergessen worden und müsse dringend ebenfalls vertieft werden, denn er fasse das Wasser überhaupt nicht, sondern laufe sofort über. Dadurch fließe das Wasser dann weiter talwärts.

„Wenn Gespräche mit Betroffenen gesucht werden, dann kann man etliches Positive bewirken“, betont Arend Holzgräfe mit Blick auf die vielen Zwistigkeiten, die Buer immer wieder in die Schlagzeilen hob. Und er verweist auf vergleichbare Absprachen mit Landwirten in der Wiehengebirgsstraße.

Für Landwirt Rainer Heitkamp ist seine private Unterstützung selbstverständlich, auch wenn er nun ein wenig weniger Mais erntet.


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