Wasserwesen aus Markendorf Saßenberg-Schwestern glänzen mit Schwimm-Erfolgen

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BUER Janne Saßenberg (20) aus Markendorf hat bei den Norddeutschen Schwimm-Meisterschaften in Magdeburg im März in gleich fünf Disziplinen den Titel errungen. Ihre kleine Schwester Jule (17) hat vor einer Woche im Freiwasser auf dem Fühlinger See bei Köln die 2,5 Kilometer in 41,38 Minuten absolviert.

Das sind ganz außergewöhnliche Leistungen, die in Melle bislang nur in Insiderkreisen bekannt sind, da die Saßenberg-Schwestern für den SV Georgsmarienhütte starten.

42 Kilometer im Wasser

Jule Saßenberg trat beim 24-Stunden-Schwimmen in Wellingholzhausen dadurch besonders in Erscheinung, dass sie die Marathonlauf-Distanz von mehr als 42 Kilometern komplett im Wasser zurücklegte, wenn auch in mehreren Etappen. Dafür schwamm sie ohne jegliche Hilfsmittel. Flossen, „Entenfüße“, Paddles für die Hände oder Handschuhe mit Schwimmhäuten sind bei diesem Schwimm-Event tabu.

„Meine Lieblingsdisziplinen sind 200 Meter Delfin und Langstrecken“, erklärt die angehende Abiturientin der Gesamtschule Rödinghausen. Fünf- bis sechsmal pro Woche trainiert sie mit ihrer schon richtig erfolgreichen Schwester, davon dreimal in Georgsmarienhütte bei Trainer Stefan Geisler und gelegentlich in Melle, Lintorf und Riemsloh. Sicher sind die beiden schon so manchen Badegästen aufgefallen, wenn sie mit Paddles ihre Oberarm- und Schultermuskulatur und mit „Entenfüßen“ (kurzen Flossen) ihre Beinmuskulatur auch in Meller Bädern trainieren.

Janne Saßenberg wurde im Frühjahr Norddeutsche Meisterin über 100 und 200 Meter Brust, 200 Meter Lagen, 400 und 800 Meter Freistil. Diese Erfolge fanden vor allem öffentliche Beachtung im Raum Georgsmarienhütte, wo sie für den SV startet, aber kaum in ihrem Wohnort Melle. Zuvor war sie schon beim Masters Deutsche Vizemeisterin über 200 Meter Brust geworden.

Früher Angst vorm Wasser

Nach Stationen über Schwimmvereine in Lintorf, Melle und Osnabrück kam sie schließlich nach GMHütte, weil sie dort den für sie besten Trainer fand – Stefan Geisler. Dabei wurde die Markendorferin für eine Schwimmerin recht spät entdeckt. „Ich hatte als Kind Angst vor Wasser habe erst mit acht Jahren mein Seepferdchen gemacht“, blickt die heute 20-Jährige auf ihren zaghaften Start im Schwimmsport zurück. Mit neun Jahren wurde sie dann in Lintorf in eine Schwimmgruppe für Kinder eingeladen und machte mit zehn Jahren ihre ersten Wettkämpfe, bevor sie mit zwölf Jahren in den Leistungsbereich wechselte. Dort zeichnete sich dann die besondere Schwimmbegabung ab, die sie durch systematisches Training weiter entwickelte.

Inzwischen gehört Janne Saßenberg zu den Spitzenschwimmern in Norddeutschland. Sie wird gesponsert vom Meller Unternehmen Spartherm, in dem sie auch zur Industriekauffrau ausgebildet wird. „Je mehr ich erreiche, umso höher stecke ich meine nächsten Ziele“, sieht sie noch Potential für weitere Verbesserungen. Ihr Traum ist ein Start bei den Deutschen Meisterschaften. Mit einer offiziell gemessenen Zeit von 36,17 Sekunden über 50 Meter Brust ist sie nicht mehr allzu weit von einem möglichen Start bei den nationalen Meisterschaften entfernt.


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