Umweltpreis geht nach Melle Ehrenvoller Preis für „Blumiges Melle“

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Inititoren des Projektes „Blumiges Melle“: Karsten Wachsmuth und Kai Behncke sind gemeinsam mit der BUND Kreisgruppe mit dem niedersächsischen Umweltpreis der niedersächsischen Bingo-Stiftung ausgezeichnet worden. Foto: Julia BehnckeInititoren des Projektes „Blumiges Melle“: Karsten Wachsmuth und Kai Behncke sind gemeinsam mit der BUND Kreisgruppe mit dem niedersächsischen Umweltpreis der niedersächsischen Bingo-Stiftung ausgezeichnet worden. Foto: Julia Behncke

Melle. Wieder ein Ritterschlag für Kai Behncke und Karsten Wachsmuth: Zusammen mit der BUND Kreisgruppe ist die gUG Umweltschutz und Lebenshilfe Melle für ihre Projekte „Blumiges Melle“ und „Blumiger Landkreis Osnabrück“ausgezeichnet worden.

Melle/Hannover Bei der Verleihung des niedersächsischen Umweltpreises der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung wurden die beiden Blühwiesenprojekte mit dem dritten Preis gewürdigt. Den mit 2000 Euro dotierten Preis übergaben am Montag der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies und die Vorstandsvorsitzende der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, Sigrid Rakow, im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im niedersächsischen Landesmuseum in Hannover. Eine Fachjury hatte die Projekte aus 46 Wettbewerbsbeiträgen ermittelt.

Viel Öffentlichkeitsarbeit

Die Projektinitiatoren der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe Melle sowie die BUND Kreisgruppe Osnabrück haben gemeinsam im gesamten Landkreis 93 Blühwiesen für Wildbienen angelegt. Sie haben damit das massiv stattfindende Insektensterben in das Bewusstsein der Menschen gerückt. Die Flächen wurden meistens in Zusammenarbeit mit Schulen und Firmen bearbeitet: „Im Rahmen einer groß angelegten Öffentlichkeitsarbeit haben sie auf die Notwendigkeit des Schutzes von Wildbienen und anderer Insekten hingewiesen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bingo-Umweltstiftung.

47 Blühwiesen in Melle

Allein in Melle konnten in Zusammenarbeit mit diversen Firmen, Schulklassen, Vereinen, Kirchengemeinden und Stiftungen auf einer Fläche von mehr als 110000 qm 47 Blühweisen angelegt werden. Dabei investierten die Initiatoren rund 1400 Stunden ehreamtliche Arbeit.

Die Gesamtkosten beziffert Kai Behncke auf seiner Facebookseite mit 52000 Euro. Sie setzen sich aus 13000 Euro für das Saatgut, 9000 für die Biologen, 15000 Euro für Maschinen und 10000 Euro für Saatguttütchen, Flyer, Hinweisschilder, Öffentlichkeitsarbeit, Verteilung von 1000 Honiggläsern, Infoständen und Blühwiesenpartys zusammen.

Herzblut und Ausdauer

„Diese Auszeichnung ist ein großartiger Erfolg für uns und eine zusätzliche Motivation, weiterzumachen“, äußerte sich Kai Behncke: „Das Insektensterben wird uns leider noch viele Jahre beschäftigen. Eine intensive Landwirtschaft mit Pestiziden und Monokulturen sowie übermäßig gepflegte Gärten mit kurz gemähtem „Wimbledonrasen“ bieten kaum Raum und Nahrung für Insekten. Wir planen zukünftig gemeinsam mit der Stadt Melle, unsere Gnadenhoftiere für eine Blühwiesenmahd einzusetzen. Ein entsprechendes Konzept wird gerade erarbeitet. Wenn wir hier in Melle gemeinsam an einem Strang ziehen können wir großes schaffen“, kündigte der Preisträger an.

Und Karsten Wachsmuth ergänzte: „Dass unser Projekt so große Kreise ziehen würde, haben wir anfänglich nicht gedacht. Wir haben gezeigt, dass auch wenige Personen mit viel Herzblut, Ausdauer und Hartnäckigkeit einiges auf die Beine stellen können. Wir freuen uns sehr. Zeit, um sich auszuruhen bleibt jedoch nicht. Das Artensterben bleibt eine Herkulesaufgabe für uns alle.“

Artenvielfalt erhalten

Mit dem diesjährigen niedersächsischen Umweltpreis wurden vier Projekte ausgezeichnet, die einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines Biotopverbundes in Niedersachsen leisten: „Die Entwicklung von Biotopverbundsystemen ist eine der wichtigsten Aufgaben im Naturschutz, um nicht nur die Artenvielfalt zu erhalten, sondern auch um den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken. Ich danke daher der Bingo-Umweltstiftung, die das Thema Biotopverbund zu einem wichtigen Förderschwerpunkt der Stiftung entwickelt hat. Jedes einzelne Projekt, das an der Auslobung des diesjährigen niedersächsischen Umweltpreises teilgenommen hat, trägt zum Biotopverbund bei. Für Ihr Engagement und Ihre Begeisterung für die Sache möchte ich Ihnen sehr herzlich danken“, betonte Olaf Lies.Wegen der sehr vergleichbaren Qualität der Bewerbungen wurden gleich zwei dritte Preise, die mit jeweils 2000 Euro dotiert sind, vergeben. So wurde neben dem Blühwiesen-Projekt auch das Forum Natur Lunekring ausgezeichnet.

Den mit 10000 Euro dotierten ersten Preis gewann der gemeinnützige Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage (FUN). Der Verein setzt sich seit 1991 in bemerkenswerter Weise für den Biotopverbund im Norden Braunschweigs ein. Der zweite Preis und 5000 Euro geht an den NABU Uelzen.


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