Mahl- und Backtag mit guter Resonanz Buntes Treiben an der Windmühle in Melle-Westhoyel

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RIEMSLOH. Mit Fahrrädern, Autos und zu Fuß kamen wohl wieder weitaus mehr als 1000 Sonntagsausflügler zum Mahl- und Backtag an der Westhoyeler Windmühle. Neben den vielen bekannten Angeboten gab es diesmal ein Konzert der Mundharmonikagruppe Rödinghausen und frische Ernte direkt vom Feld von der Kartoffel-AG der Riemsloher Grundschule.

Der Duft von frischem Brot aus der Backstube zog wieder über das historische Mühlengelände. Zeitweise bildeten sich Schlangen vor dem Backhaus, immer kurz bevor die nächste Partie Schwarzbrot, Mühlenbrot oder Platenkuchen aus dem schon drei Tage vorher angeheizten Steinofen gezogen wurde. Die sich zeitweise drehenden Flügel des Wallholländers machten bei sonnigem und windigen Wetter die idyllische Stimmung perfekt.

Scharfe Klingen

Viele interessierte Besucher nutzten die Gelegenheit, den Bäckern beim Backen und den Müllern bei ihrer Mahlarbeit mit Windkraft über die Schulter zu schauen. Zwischendurch gab es immer wieder Führungen, bei denen die Mühlentechnik erläutert wurde.

Wie bereits an den Mahl- und Backtagen zuvor verpasste Scherenschleifer Dieter Krawert allen mitgebrachten Messern und anderen Schneidwerkzeugen wieder scharfe Klingen. Kinder konnten am Stand von Bernd Bauer aus vielen kleinen Einzelteilen ihren individuellen Schmuck basteln. Am Krämerstand nebenan bot Lisa Bauer selbstgefilzte Taschen, Broschen, Hüte, gehäkelte Mützen, bemalte Flaschen und allerlei Dekoratives an.

Markt an der Mühle

Zum kleinen Markt neben dem Mühlenensemble gehörten auch Stände mit Holzarbeiten, Marmeladen und Honig. Im „Filzperlenreich“ zeigte Elke Weber ihr Spinnrad, gefärbte Garne aus Alpaka und anderen Wollfasern sowie Handgestricktes. Dort fand auch ein reger Austausch über alte Techniken statt. Für traditionelle musikalische Unterhaltung sorgte zwischendurch die Mundharmonikagruppe aus Rödinghausen.

Einen Einblick in die Welt alter und neuer Kartoffelsorten gaben die jungen Kartoffelbauern aus der Arbeitsgemeinschaft der Riemsloher Grundschule. Die Mädchen und Jungen präsentierten anschaulich, wie die Leyla, die Baltic Rose, die Rote Emmalie oder der blaue Schwede von Innen und von Außen aussehen. „Im nächsten Jahr bauen wir mehr bunte Kartoffeln an“, wies Schülerin Kaja Bender darauf hin, dass die Nachfrage nach roten und blauen Kartoffeln besonders groß ist“. So mancher Käufer der Biokartoffeln verzichtete mit den Worten „für die Klassenkasse“ auf das Wechselgeld.

Sehenswerte Ernte

„Von der erwarteten Ernte von 2000 Kilogramm haben wir bereits 1500 Kilogramm verkauft“, verdeutlichte Schüler Florian Farchim den großen Erfolg des Kartoffelanbaus der Schüler-AG. Den Acker ganz in der Nähe der Windmühle hatte Biobauer Jobst Brüggemeier für die Schul-AG zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zum landesweit schwachen Kartoffel-Ertrag konnte die Riemsloher Schüler-AG eine durchaus sehenswerte Ernte einfahren. „Es stehen jetzt nur noch sechs Reihen der etwas späteren Goldmarie und eine halbe Reihe Baltic Rose auf dem Feld, alle früheren Sorten sind fast ausverkauft“, freute sich Jörn Bender, der Initiator der Kartoffel-AG.


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