Eine flache Mulde für Kiebitze Neues Temporärgewässer auf einer Rinderweide in Riemsloh

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Neuer Lebensraum für Watvögel wird die frisch ausgebaggerte 1000-Quadratmeter-Mulde, die Fritz Mithöfer, Jürgen Sixtus, August-Wilhelm Remmert, Volker Tiemeyer und Anke Kuddes (von links) in Augenschein nehmen. Foto: Norbert WiegandNeuer Lebensraum für Watvögel wird die frisch ausgebaggerte 1000-Quadratmeter-Mulde, die Fritz Mithöfer, Jürgen Sixtus, August-Wilhelm Remmert, Volker Tiemeyer und Anke Kuddes (von links) in Augenschein nehmen. Foto: Norbert Wiegand

Riemsloh. Wenn auf einer Wiese in der Else-Niederung plötzlich eine große flache Mulde mit nackter Erde zu sehen ist, dann wird dort keineswegs ein Fundament für einen Stall oder ein anderes Gebäude ausgehoben. Nein, es handelt sich dann wohl um die Anlage eines Temporärgewässers – eine Naturschutzmaßnahme für Kibitz und Co.

Eine solche vermeintliche „Baustelle“ ist derzeit in Krukum westlich der Krukumer Straße zu sehen. Dort entsteht das erste Temporärgewässer der Meller „Kooperation Lebensraum- und Artenschutz“ (Klar), in der Naturschützer, Landwirte, Jäger und Stadt an einem Strang ziehen. Für dieses neueste Projekt von „Klar“ stellt der Biolandhof Remmert einen 1000 Quadratmeter großen Bereich auf einer Rinderweide mit geringerer Viehdichte zur Verfügung.

„Die wechselnden Wasserstände in solchen Mulden führen zu ausgeprägten, manchmal schlammigen Uferzonen, die bevorzugt von Watvogelarten wie dem Kiebitz aufgesucht werden“, geht Volker Tiemeyer vom Kooperationspartner SON auf die ökologischen Ziele des Projektes ein. „Die Lage dieses Flachwassers in der offenen Landschaft ist ideal und entspricht den Bedürfnissen des Kiebitzes, denn bewaldete Bereiche und Häuser sind weit genug entfernt“, ergänzt Fritz Mithöfer, der Vorsitzende des Kooperationspartners Jägerschaft. Die im Frühjahr meist feuchten bis nassen Mulden könnten auch von Amphibien als Laichgewässer angenommen werden.

Auf freiwilliger Basis

„Der Kiebitzbestand war in Melle im Vergleich zu den Neunzigerjahren um 50 Prozent eingebrochen“, erinnert Anke Kuddes vom Umweltbüro der Stadt an die Dringlichkeit, neue Schutzräume für den Bodenbrüter zu schaffen. Jürgen Sixtus als Vorsitzender des Kooperationspartners Landvolk weist darauf hin, dass es zunehmend Landwirte gibt, die freiwillig auf Wiesen und Feldern gefundene Nester markieren und bei der Flächenbearbeitung umfahren, um den Verlust an Nestern und Jungvögeln zu minimieren.

Das neu entstehende Biotop ist nach diesem sehr niederschlagsarmen Sommer derzeit noch völlig trocken. Das wird sich aber ändern. „Im Vorfeld wurde ein Jahr lang untersucht, ob sich Niederschlagswasser auf der Fläche hält – das ist der Fall“, versichert Volker Tiemeyer. Als Sprecher von „Klar“ dankt er der Krukumer Landwirtefamilie, dass sie schon seit der Gründung mit der „Kooperation Lebensraum- und Artenschutz“ eng zusammenarbeitet, beispielsweise auch bei Nisthilfen für Schleiereule und Steinkauz auf der Hofstelle.

Außerdem gilt der Dank von „Klar“ der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück, die das Projekt in Krukum finanziert. Ansonsten wird die gesamte Projekt-Arbeit der „Kooperation Lebensraum- und Artenschutz Melle“ zu 80 Prozent aus Mitteln des Eler-Fonds der Europäischen Union und des Landes Niedersachsen finanziert.


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