Humoriger Auftakt mit Wischmeyer Ein Jubiläumschor in Hochform und lokale Comedy in Oldendorf

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Oldendorf. Ein mit 550 Plätzen schon lange ausverkauftes Festzelt, ein Jubiläumschor in Hochform und ein Posaunenchor im Stile einer Big Band im Zusammenspiel mit Comedian Dietmar Wischmeyer – der Auftakt zum 125-jährigen Jubiläum des Männergesangvereins Ober- und Niederholsten am Freitagabend war ein Paukenschlag ganz besonderer Güte.

Stürmischer Beifall und ausgelassene Freudenpfiffe begleiteten schon den Einzug der aktuellen Besetzung des 125 Jahre alten Holstener Männerchores und von Dietmar Wischmeyer, dem berühmten Sohn der kleinen Wiehengebirgs-Gemeinde. Für den musikalischen Empfang sorgte dabei der Oldendorfer Posaunenchor unter Leitung von Birgit Wierspecker, denn die Feierlichkeiten standen zugleich unter der Überschrift „Volksfest des gesamten Stadtteiles Oldendorf“.

Die singenden Männer, die Bläser und Dietmar Wischmeyer standen gemeinsam auf der Bühne – diese drei Hauptakteure warfen sich gegenseitig die Bälle zu und lieferten dem Publikum so eine einzigartige Performance. Der Posaunenchor erinnerte mit Film- und Musicalmelodien von „Winnetou“ (mit Indianerfedern auf dem Kopf) bis zu „Everybody needs somebody“ eher an eine Big Band als an ein kirchliches Orchester.

Der MGV unter der Leitung von Rebecca Stelzl präsentierte eigene Texte zu bekannten traditionellen und modernen Songs. Meist ging es in den Liedern um Oberholsten und die dort durchaus verbreitete Schnaps- und Bierseligkeit, wie „Wir sind die Niedersachsen, trinkfest und erdverwachsen“, „Wir lassen uns das Saufen nicht verbieten“ oder „Oberholsten auf’m Berge“ zur Melodie von „Take me home“.

Das St. Pauli von Holsten

Ganz auf seine alte Holstener, Oldendorfer und Meller Heimat ausgerichtet war auch das Programm von Dietmar Wischmeyer (61), das für diesen speziellen Auftritt zusammengestellt hatte. Mit einem Feuerwerk an Gags stellte er als „Günther, der Treckerfahrer“ in zweieinhalb Stunden den gesamten Lebenszyklus eines Oberholsteners dar, vom Akt der Fortpflanzung über die Geburt, Kindheit, Jugend, Heirat und Familie bis zum Tod. Zwischen den Lebens-Stationen reichte er den Ball immer weiter an die Sänger und Bläser.

Eine der erstaunlichen Kindheitserfahrungen des typischen Oberholsteners war, dass die Kinder in der Stadt nach Pudelkacke riechende Drahtkäfige haben, die sie Spielplätze nennen. „Bei uns war die ganze Landschaft der Spielplatz“, meinte Wischmeyer. „Und später war unser Jugendzentrum die einzige Bushaltestelle im Dorf“. „Das gute am Landleben ist, dass alle Nachbarn beim Hausbau mit anpacken“, berichtete der Comedian aus der späteren Familienphase. „Allerdings hat der Bauherr dann meistens mehr Geld für Bier, Schnaps und Nackensteaks ausgegeben, als eine polnische Handwerkerkolonne gekostet hätte. Und wenn dann der Alltag im Eheleben eingekehrt war, ging der Ehemann in das St. Pauli von Oberholsten – nach Niederholsten.

Umjubelter Auftritt

Alle Nachbarorte bekamen ihr Fett weg: So auch das das tiefschwarze „Soweto“ am Rande von Westerhausen, das sich Gesmold nennt. Den Grund-Charakter des Oberholsteners beschrieb Treckerfahrer Günther so: „Was macht der Oberholstener am Liebsten? Nichts! Und wenn er richtig gut drauf ist? Gar nichts!“

Zum Abschluss gab es einen umjubelten gemeinsamen Auftritt von MGV und Posaunenchor mit „What a wonderful world“ und einem Gesangssolo von Chorleiterin Rebecca Stelzl. Nachdem Wischmeyer als kleiner Tierfreund seine bekannte Satire, wie eingekreiste Wildschweine vor dem Maishäcksler fliehen, auf die Bühne gebracht hatte, sorgte die Europa-Hymne „Ode an die Freude“ für Gänsehaut. Es folgte noch eine lange After-Show-Party bis weit in die Nacht.


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