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23.08.2018, 13:49 Uhr KOMMENTAR

Das kann in Melle niemand wollen


Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Medikamenten-Herstellern könnnen zu Lieferengpässen ibei Apotheken führen. Foto: dpaRabattverträge zwischen Krankenkassen und Medikamenten-Herstellern könnnen zu Lieferengpässen ibei Apotheken führen. Foto: dpa

Melle. Die immer häufigere Nichtverfügbarkeit von Medikamenten in Meller Apotheken kommentiert Christoph Franken für das "Meller Kreisblatt".

Krankenkassen vereinbaren mit pharmazeutischen Firmen Preisnachlässe auf Arzneimittel. Bekommen sie von einem anderen Hersteller einen noch besseren Preisnachlass, wechseln die Kassen zu diesem Unternehmen. Das ist legitim und im Sinne der Kostenersparnis für alle Versicherten auch sinnvoll.

Die Apotheker aber sind in diesem System die Leidtragenden. Beim Wechsel der Kassen zu einem anderen Anbieter entstehen bei dem jetzt plötzlich bevorzugten Unternehmen häufig Lieferengpässe. Denn die Umstellung von Rabattverträgen auf neue Medikamente erfordern einen enormen logistischen Aufwand auch bei der Belieferung der Apotheken. Schließlich sind die neuen Arzneimittel über Nacht bundesweit gefragt. Außerdem erschweren die nun häufiger stattfindenden Wechsel eine geordnete und nachhaltige Lagerhaltung in den Apotheken.

Deren Kunden kennen diese Hintergründe meist nicht und schimpfen über doppelte Wege. Ein Ausweichen auf Online-Apotheken aber wäre das falsche Signal: Erstens bieten auch die örtlichen Apotheker einen Lieferservice und zweitens würde das Apothekensterben beschleunigt. Das kann gerade in Kleinstädten wie Melle und im ländlich geprägten Umland niemand wollen.


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