Die Rabattverträge der Kassen Auch in Melle gibt es doppelte Wege zur Apotheke

Von Christoph Franken

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Nicht immer sind Medikamente im ersten Anlauf bei Apotheken griffbereit. Foto: dpaNicht immer sind Medikamente im ersten Anlauf bei Apotheken griffbereit. Foto: dpa

Melle. Immer öfter müssen Kunden von Meller Apotheken ein zweites Mal wiederkommen, weil die gewünschten Medikamente nicht auf Lager sind. "Ein bundesweites Problem, das mit den Rabattverträgen zusammenhängt, die Krankenkassen mit den Produzenten schließen", erklärte Ralf Frerichs stellvertretend für Meller Apotheker.

Leser hatten sich an das "Meller Kreisblatt" gewendet  und auf die neue Situation hingewiesen. Sie vermuteten, dass in einigen Apotheken der Lagerbestand an rezeptpflichtigen und frei verkäuflichen Medikamenten mit dem Blick auf die Ertragssituation immer weiter reduziert worden sei. "Diese Lager-Optimierung führt dann dazu, dass man absolut häufig zweimal den Weg zur Apotheke antreten darf. Das erste Mal noch mit der Hoffnung, dass das entsprechende Medikament diesmal vielleicht doch vorrätig ist und das zweite Mal, um dann am Nachmittag das vom Pharma-Großhandel an die Apotheke gelieferte Medikament abzuholen", erklärte ein Leser die Situation aus seiner Sicht.

Er wolle wie viele andere Meller auch gerne aktiv den örtlichen Einzelhandel durch entsprechende Einkäufe unterstützen und ziehe daher auch den Einkauf in der örtlichen Apotheke einem Online-Einkauf vor. "Leider vergeht einem aber daran wirklich bald die Freude."

Apotheker Ralf Frerichs und seine Kollegen kennen die Problematik. "Das ist für uns auch nicht einfach, aber viele Medikamente-Hersteller kommen mit der Produktion einfach nicht mehr nach", berichtete er. Schuld daran seien ursächlich die Krankenkassen mit ihren Rabattverträgen, die sie mit Produzenten schlössen und die sie auch des öfteren mal wechselten. "Das führt dann zu Lieferengpässen, für die wir als Apotheker nun wirklich nicht verantwortlich sind." 

Frerichs betonte, kein Apotheker könne es sich leisten, schlecht bevorratetet zu sein. "Das wäre der Tod einer Apotheke." Es mag die eine oder andere kleine Apotheke auf dem Land geben, die einfach platzmäßig nicht so gut sortiert seien, wie die großen in der Stadt. "Aber Apotheken bieten auch einen Lieferservice in der näheren Umgebung an", wies Frerichs auf eine Lösung hin. Das gelte beispielsweise auch für den Verbund von fünf Apotheken in Melle-Mitte. Außerdem könnten Arzneimittel per App vorbestellt werden und dabei gleichzeitig auch ein Lieferwunsch geäußert werden", erklärte Frerichs weiter. Insofern sei manches von den Kunden auch nur gefühlt schlechter als früher. 




Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN