Bagpipe und Folkgitarre Ceilidh-Projekt bringt melancholische Musik nach Oldendorf

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cru Oldendorf. Das Hallmannsche Haus wurde irgendwie zu klein für die „Kunst und Kultur“-Veranstaltung und diese kurzerhand in die Marienkirche verlegt. Das war dann genau das richtige Ambiente für Jörg Bernkopf und Erik Frotscher, die als Ceilidh-Projekt irischen und schottischen Folk am Freitagabend mit nach Oldendorf gebracht hatten.

Einen Dudelsackspieler, den Bagpiper, so hautnah zu erleben, lockte sicher viele Zuhörer an. Und Jörg Bernkopf ließ mit seinem Spiel keine Wünsche offen.

Virtuoses Spiel

Auch wenn er nicht im Kilt oder in militärischer Uniform auftrat, wie es für Dudelsackspieler oft üblich ist, begeisterte er mit seinem virtuosen Spiel und wunderschönen Melodien. Sein Dudelsack ist tatsächlich eine Besonderheit, denn er hat ihn elektronisch umgerüstet. „Normalerweise ist eine Bagpipe mit neun Tönen ausgestattet“, erzählt er. „Mit meinem aber kann ich Tonarten und auch die Lautstärke anpassen, so dass der Klang für die Zuhörer angenehmer wird.“ Und er fügte hinzu, dass er in Jeans auftreten werde, weil er eben aus Deutschlands Norden stamme und nicht aus Schottland.

Zusammen mit seinem Gitarrespieler und Sänger Erik Frotscher, der in Nordfriesland beheimatet ist, bringt er irische und schottische Folkmusik dar, die an die alten Zeiten und Themen erinnern. Liebe selbstverständlich, Schiffbruch, Wanderarbeiter, Armut. Das Besondere an dieser Musik ist, dass jeder die Inhalte spüren kann, ohne die Texte verstehen zu müssen. Melancholisch, rhythmisch fröhlich, wehmütig und tänzerisch kommt die Musik rüber, die mitunter und doch fälschlicherweise als keltisch bezeichnet wird.

Erik Frotscher sprüht vor Temperament hinter seiner Gitarre, ob er nun dazu die alten und neuen Balladen singt oder mit seinem Spiel den Piper so richtig in Szene setzt. Der hat neben selbst komponierten Melodien und den erlebten Geschichten noch viele andere Instrumente mehr auf dem Plan. Er ist ein musikalisches Vieltalent und ein neugieriges noch dazu. „Ich versuche, ungewöhnliche Instrumente aufzuspüren und spielen zu lernen“, erklärte er.

Außergewöhnlicher Konzertabend

Er spielt die Bodhran, eine irischische Handtrommel sowie eine aus Russland stammende RAV-Trommel aus Metall, die ähnlich wie eine Steeldrum klingt. Er zupft Mandoline und bläst die Tin Whistle, die traditionelle und einfache Schnabelflöte der britischen Inseln und das große Didgeridoo, das in Nordaustralien beheimatet ist.

Außerdem beherrscht er den Untertongesang, dessen Tonerzeugung durch besonderen Einsatz des Kehlkopfes entsteht und unterhalb des Singtones liegt sowie den Obertongesang, der aus dem Klangspektrum der Stimme die Obertöne getrennt herausfiltert und hörbar macht. Eine faszinierende Kunst und zur irisch-schottischen Folkmusik durchaus passend.

Jörg Bernkopf und Erik Frotscher nennen sich Ceilidh Projekt. Ceilidh bedeutet in Irland und Schottland so viel wie Besuch oder geselliges Beisammensein. Und so wirkte dieser außergewöhnliche Konzertabend auch. Ein fröhlicher Abend mit wehmütigen Anklängen und vielseitigen Künstlern, die bereitwillig Auskunft über ihre Musik gaben und ohne Zugaben nicht aus der Kirche entlassen wurden.


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