2015 eröffnet Muslimischer Friedhof in Melle: Vier Gräber bislang

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Der muslimische Friedhof in Melle-Mitte wurde im Oktober 2015 eröffnet. Foto: Michael HengeholdDer muslimische Friedhof in Melle-Mitte wurde im Oktober 2015 eröffnet. Foto: Michael Hengehold

Melle/Buer. Während auf dem muslimischen Friedhof in Melle-Mitte bislang vier Personen bestattet wurden, gibt es in Buer noch kein muslimisches Grab.

Melle Der muslimische Friedhof in Melle-Mitte liegt über dem Friedhof jenseits der Kapelle, Am Friedhof 15 lautet die Adresse. Am 10. Oktober 2015 wurde er mit einer Feierstunde eröffnet.

Zwei Erwachsene und zwei Kinder begraben

Seitdem wurden dort vier Menschen begraben, zwei Erwachsene und zwei Kinder, beantwortet der städtische Mediensprecher Jürgen Krämer eine Anfrage unserer Redaktion. Bei 2500 Quadratmetern ist eine Grablegung von etwa 100 Menschen muslimischen Glaubens möglich. „Im Bedarfsfall kann die Fläche nach Süden hin erweitert werden“, so Krämer.

Auch in Buer, wo viele Türken und Türkischstämmige leben, können Muslime beerdigt werden. Dort hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde die Möglichkeit auf dem neuen Friedhof geschaffen und in Absprache mit der Rahman- und der Fatih-Gemeinde eine Reihe in zentraler Lage vorgesehen. Es sei nicht darum gegangen, die Muslime wahlweise an den Rand zu drängen oder ihnen „das Filetstück“ anzubieten, hatte Pastor Ingo Krahn seinerzeit gesagt. Die Entscheidung sei so gefallen, weil es im Grunde angesichts des Platzbedarfs die einzig mögliche gewesen sei.

„Es ändert sich gar nichts“

Und Ortsbürgermeister Dieter Finke-Gröne betonte: „Es ändert sich gar nichts, denn schon jetzt kann jeder auf dem Friedhof begraben werden. Dass Menschen, die hier geboren wurden, einen Anspruch haben sollten, hier begraben zu werden, ist vernünftig.“ Erwartet wurden zwei, drei Beerdigungen jährlich.

Noch wurde kein Muslim in Buer begraben

Diese Erwartungen wurden bislang nicht erfüllt. Noch wurde kein Muslim in Buer begraben. Ingo Krahn vermutet einen Zusammenhang mit der derzeitigen politischen Lage. Die türkischstämmige Gemeinschaft sei gespalten, das Thema Erdogan werde viel diskutiert. Zudem sei die Generation, die jetzt alt ist, noch sehr der Türkei verbunden. Krahn: „Die wollen in die Heimat zurück. Unser Angebot ist auf Langfristigkeit ausgelegt, das betrifft einfach eine andere Generation.“

„Integrationsarbeit“

Die Pflege des muslimischen Friedhofes in Melle-Mitte übernimmt der Türkisch Islamische Gemeinde zu Melle (DITIB). Die Investitionskosten in Höhe von rund 90000 Euro hat aber die Stadt bezahlt. Krämer: „Für die Stadt ist dies ein Baustein im Rahmen der umfangreichen Integrationsarbeit und drückt aus, dass Melle den Muslimen auch nach dem Tod eine Heimat bietet.“


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