Oft illegale Abfallentsorgung Badezimmer-Schutt auf Acker in Melle gekippt

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BUER. Drei Landwirte aus Wetter und Düingdorf staunten nicht schlecht, als sie die wilde Ablagerung eines abgerissenen Badezimmers auf einem abgeernteten Gerstenfeld in Wetter vorfanden. Dieser neu entdeckte Müllhaufen befindet sich zwischen Bahnlinie und Else in einem Bereich, der häufiger für illegale Abfallentsorgungen in der unbewohnten Landschaft genutzt wird.

„Der Entsorger hat sich auch noch die Mühe gemacht, mit vermutlich seinem Pkw-Anhänger bei den trockenen Bodenverhältnissen bis auf den Acker zu fahren“, ärgert sich Landwirt Armin Fischer, der den Maisacker nebenan bewirtschaftet. Denn da der Verursacher seinen Müll nicht direkt am Wegesrand abgekippt hat, wird das Aufräumen jetzt umso aufwendiger.

In dem Schutthaufen befinden sich alte Kacheln und Reste der neuen Fliesen. Deshalb haben die drei Bauern die Hoffnung, dass sich nach der Veröffentlichung des Fotos vielleicht jemand findet, der Angaben zur Herkunft des Abbruchmaterials machen kann. „Leider handelt es sich nicht nur um Bauschutt“, stellt Landwirt Wilhelm Wöhrmann fest. „Holz, Porenbeton, Ziegelsteine, Kabel, Tapetenstücke, Spanplattenreste und viele kleine Schnapsfläschchen sorgen für eine verunreinigte Mischung“.

Sven Aring aus Düingdorf, der Bewirtschafter der betroffenen Fläche, kann nicht verstehen, dass jemand bei wohl 10.000 Euro Kosten für ein neues Badezimmer nicht die 10 Euro für eine ordnungsgemäße Entsorgung auf einem Recyclinghof übrig hat. Gemeinsam mit seinen beiden Berufskollegen weist er darauf hin, dass es an diesem Feldweg, der von der Krukumer Straße direkt an der Bahnlinie in östlicher Richtung abzweigt, häufiger zu wilden Abfallentsorgungen kommt.

Mülltourismus

Etwa 200 Meter weiter unter Gestrüpp an der Zufahrt zu einer Mähwiese zeigen die drei Bauern einen weggeworfenen alten Autositz, der von säuberlich aufgestellten doppelwandigen Plexiglasscheiben umgeben ist. „Diese Scheiben sind eigentlich noch gut zu gebrauchen, für ein Eigenbau-Gewächshaus eines Hobbygärtners oder ähnliches“, meint Armin Fischer.

Der Landwirt aus Wetter kritisiert, dass es in verschiedenen Bundesländern und Landkreisen unterschiedliche Gesetze und Regelungen bei der Müllentsorgung gibt. Vor allem die teils großen Unterschiede bei den Gebühren und Kosten würden den Mülltourismus über Kreis- und Landesgrenzen hinweg fördern, sucht Fischer nach Erklärungen für die häufigen Müllablagerungen in diesem weitgehend unbewohnten Bereich direkt an der Bahn.

Die drei Landwirte wollen die Stadt über die Vorfälle informieren. Sie würden aber auch beim Aufräumen des Abfalls selbst zur Tat schreiten, damit bald Winterraps eingesät werden kann. „Jedenfalls lassen wir uns durch solche illegalen Müllentsorger nicht die gute Laune verderben“, versichert Armin Fischer.


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