Mit Quadrocoptern durch Tore Erstes Copter-Race Event der Buschpiloten in Melle

Von Conny Rutsch

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Melle. „Pilot zwei braucht noch einen Spotter“. Ungewöhnliche Ansagen und beinahe außerirdisch anmutende Sirr-Geräusche machten ein Event aus, dass der Meller Modellfliegerverein „Die Buschpiloten“ zum ersten Mal ausrichtete. 20 Piloten waren der Einladung gefolgt und starteten ihre Quadrocopter auf dem Fliegergelände des Vereins in Wennigsen.

Diese Quadrocopter mussten mit hoher Geschwindigkeit einen Parcours bewältigen. Landläufig auch als Drohnen bekannt, nutzen die Hobbypiloten diese Bezeichnung nicht, weil sie ihnen negativ besetzt erscheint.

Der eher grazile Flugkörper ist mit einem kleinen akkubetriebenen Motor, vier Rotoren, einem Geschwindigkeitsregler und einem Flugcontroller ausgestattet, der dafür sorgt, dass das Gerät stabil fliegt. Außerdem braucht er eine winzige Videokamera und einen Videosender, damit der Pilot den Flug verfolgen kann. Das wiederum ermöglicht ihm eine Brille, die die Flugdaten aus Sicht des Copters in Echtzeit in Bilder überträgt, sodass der Pilot das Gefühl hat, als flöge er selber mit. Mittels einer Fernbedienung wird der Copter gesteuert.

„Jeder Pilot stellt sich seinen Quadrocopter so zusammen, wie er ihn haben möchte“

„Jeder Pilot stellt sich seinen Quadrocopter aus den Einzelteilen so zusammen, wie er ihn haben möchte“, erklärt Waldemar Smirnow aus Osnabrück. Und Julian Heuking aus Verl, der zusammen mit dem Buschpiloten Sascha Bode den Flugtag organisiert hat, fügt hinzu: „Vor fünf Jahren, als es die ersten Copter-Races gab, gurkten die Quadrocopter eher herum.“ Der technische Fortschritt der vergangenen Jahre sei jedoch enorm. Die Rennen werden von den Fliegern auch als FPV-Rennen bezeichnet. Die Abkürzung steht für „First Person View“, die Sicht aus der Ich-Perspektive.

Durch Tore und um Flaggen fliegen

Und dann geht’s los. Auf einer Decke werden die Flugkörper positioniert, pro Gruppe vier oder fünf. Die Piloten setzen ihre Brillen auf und beginnen den rasenden Flug im Stehen oder Sitzen. Fünf Runden über den Platz müssen bewältigt werden. Die schnellsten Copter können durchaus Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern erreichen. Auf dem eher kleinen Gelände in Wennigsen sind es immer noch beinahe 90 Sachen, mit denen die kleinen Geräte durch Tore und um Flaggen fliegen. Mit einem Sirren, das für die Ohren gar nicht mal so unangenehm ist, sondern eher leise wirkt. „Das Reglement ist wie bei der Formel 1“, erklärt Sascha Bode. Zuerst gibt es Qualifikationsflüge, dann werden die Bestzeiten ermittelt und aus den Ranglisten die Finalläufe zusammengestellt.

Und was ist nun ein „Spotter“? Jeder Pilot erhält einen Flugbeobachter – to spot heißt beobachten – , der ebenfalls durch eine Brille verfolgt, ob auch alle Tore durch- und alle Fahnen umflogen werden. Sonst gibt er das Kommando zum Wiederholen der Aktion.

Die Piloten sitzen oder stehen während der Flüge still, hin und wieder bewegen sie ihre Köpfe oder auch den Körper ein wenig in Flugrichtung. Sie sind völlig in das Geschehen versunken, das ihnen die Kamera überträgt, in eine für Außenstehende völlig fremde Geschwindigkeitswelt.


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