Tier ist 20 Jahre alt Meller Hund „Wölfi“ seit 17 Jahren Teil der Familie

Von Conny Rutsch

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Neuenkirchen. Spitzmischling Wölfi kann nicht mehr so gut sehen, und auch der Geruchsinn ist ihm verloren gegangen. Aber doch nimmt er am Familienleben seiner Menschen in Melle teil. Und das mit 20 Jahren.

Für einen Hund ist so ein Alter ausgesprochen ungewöhnlich. Wie so viele Kinder hatte sich Jan Tobias Eiser einen Hund gewünscht. Das war vor 17 Jahren. Ein Tierheimhund sollte es werden. „Eigentlich hätte ich gerne einen Schäferhund gehabt“, erzählt Vater Christian. Doch diese Rasse wäre für den kleinen Sohn doch ein bisschen groß gewesen. Aber ein noch viel ungewöhnlicheres Kriterium sollte für den Kauf des Spitzmischlings ausschlaggebend sein. „Ich war und bin leidenschaftlicher Motorradfahrer“, betont Christian Eiser, „und der Hund musste beiwagentauglich sein.“

Aus dem Tierheim

An Wölfi, dem dreijährigen kniehohen, wuschligen Hund, lief die Familie im Tierheim zunächst vorbei, so ruhig verhielt sich das Tier. Aber genau auf diesen Hund fiel die Wahl. Familie Eiser nahm ihn für einen Tag mit nach Hause. Und als sich dann noch herausstellte, dass Wölfi für sein Leben gern im Seitenwagen mitfuhr, fiel die Entscheidung ganz leicht.

Wölfi ist mit dem jetzt 25-jährigen Jan Tobias in Neuenkirchen aufgewachsen. Dieser erinnert sich noch daran, dass sich der Hund immer wegduckte, wenn jemand einen Gegenstand in der Hand hielt. Vermutlich war er von einem seiner zwei Vorbesitzer verprügelt worden.

Ein treuer Familienhund

„Wahrscheinlich gab man ihn ins Tierheim, weil er überall seine Markierungen hinterließ“, erzählt Christian Eiser. Aber nachdem Wölfi kastriert worden war, hörte das auf und der Hund entwickelte sich zum Familienfreund.

Dass er das Motorradfahren liebte, beschreibt Christian noch heute lachend. „Ich wollte eines Tages mit dem Hund losfahren, der aber war nicht aufzufinden. Wir suchten rund um das Gehöft alles ab, bis jemand eher zufällig in den Beiwagen schaute. Dort hatte es sich der Hund im Fußraum in Vorfreude auf die Motorradtour schon gemütlich gemacht.“ Und den Geschwindigkeitsrausch genoss er ebenfalls. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass Wölfi bei 140 Stundenkilometern im Beiwagen stand und sich den Wind so richtig um die puschlige Nase wehen ließ. Weil er die Vorderbeine dafür am liebsten auf den Kotflügel stellte, bastelte Christian sogar eine Gummimatte darauf, damit Wölfi guten Stand hatte.

Rattengift überlebt

„Einmal muss er wohl Rattengift irgendwo gefressen haben“, erzählt Christian Eiser. Da wäre Wölfi fast gestorben, aber der ortsansässige Tierarzt konnte ihn retten und ist heute der Lieblingspatient, der allerdings nie unter Beschwerden litt.

Nun ist Wölfi also richtig alt, und Familie Eiser genießt die noch verbleibende Lebenszeit des Hundes, dem sein stolzes Alter kaum anzumerken ist.


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